Siemens Dialog
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25.05.2020, 06:05 Uhr

100 neue Stellen in Bad Neustadt

  • 20.04.2010
  • Operativ

[Update 20.04.] Siemens und die bayerische Staatsregierung senden für den durch massiven Stellenabbau bedrohten Industry-Standort Bad Neustadt ein politisches Signal aus: Ein neues Technologiezentrum soll rund 100 innovative Arbeitsplätze schaffen. Die an sich erfreuliche Nachricht bedeutet allerdings keineswegs, dass die bekannten Pläne, 840 bestehende Stellen abzubauen, vom Tisch wären.

Technologiezentrum für Synchronmotoren und mechatronische Lösungen

Die Entscheidung für das Technologiezentrum gaben die Teilnehmer eines Spitzengespräches - unter anderem der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, sein Wirtschaftsminister Martin Zeil, Siemens-CEO Peter Löscher und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Lothar Adler - am späten Montag Nachmittag in München vor der Presse bekannt. Das Technologiezentrum soll Synchronmotoren und mechatronische Lösungen für Windkraftanlagen entwickeln.

"Wichtige technologische Weichen für die Zukunft"...

"Wir stärken die Innovationskraft in zukunftsträchtigen Technologiefeldern, die für Siemens eine immense Bedeutung haben. Das ist wichtig für die Rhön, das ist gut für Bayern und damit auch für den Hochtechnologiestandort Deutschland", erklärte Löscher nach dem Gespräch. Seehofer betonte, es sei "in einem Schulterschluss von Politik und Wirtschaft gelungen, wichtige technologische Weichen für die Zukunft" von Bad Neustadt zu stellen; dies stärke den Standort "weit über den Tag hinaus". Dennoch sei das Ergebnis nur ein "Zwischenschritt", weitere Gespräche sollen offenbar folgen; Siemens habe zugesagt, die Verlagerung weiterer zukunftsorientierter Technologien nach Bad Neustadt zu prüfen.

... aber noch keine Lösung für die bereits bedrohten Stellen

Die Arbeitnehmerseite begrüßt das Vorhaben grundsätzlich. Es fällt allerdings nicht leicht, ganz ohne Vorbehalte in die Begeisterung Löschers und Seehofers einzustimmen, denn die Frage des geplanten Abbaus von 840 Stellen ist damit noch keineswegs geklärt.

"Weichen noch nicht gestellt"

Der Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, Lothar Adler, fasste die Situation in einer Stellungnahme zusammen: "Die Ansiedlung der Arbeitsplätze in Bad Neustadt ist ein positives Signal, die Weichen für die Zukunft sind allerdings noch nicht gestellt. Wichtig ist: Wir reden nicht mehr über eine Schließung von Bad Neustadt. Das Unternehmen muss sich aber seiner Verantwortung auch gegenüber den Mitarbeitern bewusst werden, die weiterhin von Stellenabbau bedroht sind."

"Erstes Signal"

Der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt, Peter Kippes, begrüßte die Nachricht als "ersten Schritt" und erklärte, es sei lobenswert, dass Siemens eine Zukunftstechnologie nach Bad Neustadt bringen will. Bernhard Omert, der Betriebsratsvorsitzende in Bad Neustadt, nannte die Ankündigung "ein erstes Signal, dass man ernsthaft mit uns verhandeln will". Beide stimmen mit dem Gesamtberiebsrat überein, dass der Konflikt damit noch keineswegs entschärft ist - auch weiterhin muss über die Zukunft des gesamten Standortes verhandelt werden, um tragfähige Lösungskonzepte zu entwickeln.

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