Siemens Dialog
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18.09.2021, 15:09 Uhr

"Eiskalte Entscheidung"

  • 15.01.2008
  • Konzern

Knapp 18 Monate nach dem spektakulären BenQ-Desaster trifft die noch in Deutschland verbliebene Mobilfunkindustrie ein neuer Schlag: Nokia kündigte am Dienstag an, sein Werk in Bochum bis Mitte 2008 zu schließen. Für 2.000 von insgesamt 2.300 Beschäftigten steht damit die berufliche Existenz auf dem Spiel.

Nokia begründet den Entschluss mit Kostengründen und will die Fertigung an billigere osteuropäische Standorte verlagern.

Nicht rosig sieht es auch für einige Zulieferer aus, bei denen rund 1.000 Stellen gefährdet sein sollen. Knapp 300 Nokia-Beschäftigte können nach derzeitigen Stand möglicherweise im Zuge des Verkaufs der Betriebseinheiten "Line Fit Automotive Business" (Lösungen für Autos) und "Adaptation Software" (Forschung/ Entwicklung) bei den Erwerbern weiter arbeiten. Das Bochumer Werk (Bild) hatte bereits 2001 auf der Kippe gestanden; damals waren letztlich "nur" 340 Stellen entfallen.

Schock für die Betroffenen

Die Mitarbeiter selbst erfuhren erst am Dienstag Vormittag von der Entscheidung, mit der niemand wirklich gerechnet hatte: "Das ist für uns ein Schock", sagten mehrere Beschäftigte im WDR. "Eiskalt" nannte die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach den Plan und kritisierte, Nokia wolle in Deutschland offenbar nur Geld verdienen: "Das sollte auch der Kunde bedenken."

Nicht nur Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben kritisierte nach Bekanntwerden der "außerordentlich schmerzhaften Ankündigung für die Stadt und für die Region", Nokia habe in der Vergangenheit "erhebliche öffentliche Gelder" für die Weiterentwicklung des Standorts Bochum erhalten. Mit Inbetriebnahme eines neuen Werks in Rumänien scheint das Unternehmen nun von weiteren Fördermitteln der EU profitieren zu wollen. Ein weiterer Teil der Bochumer Aufgaben soll ins ungarische Komárom wandern, ebenfalls Teil der subventionierten EU-Beitrittszone - Parallelen zum Anfang vom Ende Siemens' ehemaliger Handy-Sparte im Jahr 2005 sind wohl kaum Zufall.

Nokias Executive Vice-President Veli Sundbäck erklärt per undefinedPressemitteilung, die Handy-Produktion sei auf Grund der Marktentwicklung und steigender Anforderungen an die Kostenstruktur in Deutschland für sein Unternehmen "nicht länger darstellbar."

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