Siemens Dialog
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24.06.2021, 02:06 Uhr

Erste Vergleiche mit Ex-Managern

  • 31.08.2009
  • Allgemein

Den 31. August hatte Siemens seinen ehemaligen Vorständen im Frühjahr als Deadline für eine friedlichen Einigung über den Schadensersatz in der Korruptionsaffäre gesetzt. Kurz davor kommt es zum Vergleich mit den ersten drei Betroffenen und es scheint, dass weitere in eine ähnliche Richtung einschwenken werden.

Per Siemens PMPressemitteilung gab Siemens am Freitag bekannt, man stehe "im Streit um Schadensersatzforderungen des Unternehmens kurz vor einer Einigung mit drei ehemaligen Vorständen" - Klaus Wucherer, Rudi Lamprecht und Edward Krubasik.

"Langjährige Streitigkeiten vermeiden"

Beide Seiten wollten "langjährige Streitigkeiten über die geltend gemachten Ansprüche vermeiden und zu einer einvernehmlichen Regelung kommen", wie die Mitteilung weiter ausführt. Der angepeilte Vergleich soll im November abgeschlossen werden und sieht für jeden der Betroffenen eine Zahlung von einer halben Million Euro an Siemens vor. Eventuelle Leistungen aus der D&OD&O-Versicherung ('Directors-and-Officers'-Vermögensschadenhaftpflicht) sind durch die Einigung, welche noch die Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung erfordert, nicht berührt.

Ordnungswidrigkeitsverfahren eingestellt

Wucherer, Lamprecht und Krubasik stellen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre im Vergleich etwa zu den früheren Vorstandsvorsitzenden Pierer und Kleinfeld oder dem unmittelbar schwer belasteten Ganswindt weniger spektakuläre Fälle dar. Die Staatsanwaltschaft München hat die Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen möglicher Aufsichtspflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre gegen sie eingestellt unterzeichnet man wie nun zu erwarten im November den Vergleich, ist das unerfreuliche Kapitel für sie mit einem blauen Auge abgeschlossen. In dieser Management-Liga dürfte der Verlust von 500.000 Euro zwar ärgerlich sein, aber wohl schwerlich ein Armutsrisiko bergen.

"Weitere Einigungen zeitnah"

Der Schlusssatz von Siemens' Presseerklärung lässt vermuten, dass auch prominentere Fälle sich ohne aufwändige Gerichtsverfahren lösen werden, wobei vorerst offen bleibt, ob dies für alle einschließlich der Ex-CEOs gilt. Man sei "auch mit den übrigen betroffenen ehemaligen Vorständen im Gespräch" heißt es jedenfalls weiter, und erwarte, "dass weitere Einigungen zeitnah folgen werden". Der TagesspiegelTagesspiegel zitierte Pierer, er begrüße die Entwicklung: Die Einigung und die Einstellung der Verfahren sei "ein wichtiger Schritt in Richtung auf eine angestrebte Gesamtlösung." Nach Aussage seines Anwalts strebt auch er eine solche 'Gesamtlösung' an, die den Fall sowohl mit Siemens als auch der Staatsanwaltschaft in einem Zug abschließt. Details wollte er erwartungsgemäß nicht nennen, außer: "Es sind schwierige Verhandlungen."

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