Siemens Dialog
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03.04.2020, 06:04 Uhr

IG Metaller bei Siemens in NRW diskutieren Zukunftsstrategien

  • 26.04.2017
  • Allgemein

Im Rahmen eines dreitägigen Workshops diskutierten Anfang April in Lüdenscheid auch die Siemens-Vertrauensleute und -Betriebsräte in NRW über veränderte Unternehmensstrategien, Internationalisierung, Industrie und Arbeit 4.0 sowie Auswirkungen auf die Beschäftigung bei Siemens.

Teilnehmer/innen der Tagung diskutieren engagiert die Zukunftsstrategien

Jürgen Kerner, gf. Vorstandsmitglied und Hauptkassierer der IG Metall

Marc Otten, Bezirksjugendsekretär IG Metall NRW

Harald Kern, Vorsitzender des Siemens Europe Committee (SEC)

Reinhard Hahn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Siemens

Konrad Jablonski, IG Metall Bezirk NRW und Mitglied im Siemens-Team

Wohin führt Joe Kaeser den Siemens-Konzern? Aus Arbeitnehmersicht eine entscheidende Frage, denn die Führung entscheidet über die Zukunft der Arbeitsplätze. Zu ihrem jährlich stattfindenden dreitägigen Workshop waren die IG Metall-Interessenvertretungen aus NRW Anfang April eingeladen.

Kaeser hat Siemens zu einem Höhenflug verholfen, die Börse jubelt, doch auf die Belegschaft schwappt diese Stimmung nicht herüber“, so Kerner im Workshop der Siemens Betriebsräte und Vertrauensleute. Entscheidend ist die Aussage Kaesers zur Ausrichtung des Konzerns: „Heute sind wir ein einzelner Tanker, wir müssen zu einem koordinierten und leistungsfähigen Flottenverband werden.“

Auf einem großen Tanker tritt einer für den anderen ein, gute Geschäfte gleichen schlechte Geschäfte aus. Doch in einem Flottenverband sinkt das einzelne Schiff mit allen Folgen für die Arbeitnehmer. Steigen dann die Marktchancen wieder für dieses Produkt oder den Betrieb, ist es aus dem Konzern verschwunden und damit auch die Marktchancen. Verlorene Arbeitsplätze sind auch verlorene Gewinnchancen, sie kommen nicht zurück oder müssen teuer eingekauft werden. Das gilt für Kapitalanleger gleichermaßen. Die Kritik der IG Metall stößt inzwischen auf weitere Zuhörer, auch bei den Kapitalanlegern. 

12% Marge machen die Börsianer hungrig, setzte Kerner nach. An diesem Ziel wird Kaeser gemessen. Darin sieht die IG Metall Gefahren für die Arbeitsplätze, weil jetzt Langfriststrategien einem kurzen Börsenerfolg untergeordnet werden können – zu Lasten der Beschäftigten. Kerner wirbt im Gegensatz dazu für eine Deutschlandstrategie: 1/3 aller Siemens-Beschäftigten ist in Deutschland beschäftigt, was also wäre Siemens ohne einen starken "Standort D"?

Bedeutend für die Volkswirtschaft

Rainhard Hahn, IG Metall Unternehmensbetreuer, stellte die volkswirtschaftliche Bedeutung in den Fokus. Die Hälfte aller Kraftwerke arbeitet mit Siemens-Generatoren, jeder zweite Computertomograf in den Kliniken ist ebenso von Siemens wie ein großer Teil der Automatisierungstechnologie in der Industrie. Damit leistet Siemens einen wesentlichen Beitrag zur Volkswirtschaft und ist als Eigentümer verpflichtet, Arbeitsplätze in Deutschland und Europa zu sichern. Hahn geht somit deutlich auf Distanz zu den Kaeser-Plänen, Investitionen aus Deutschland zu verlagern.

Fortschritte bei internationaler Interessenvertretung

Harald Kern, Eurobetriebsratsvorsitzender bei Siemens kämpft für internationale Standards bei den Arbeitnehmerrechten. Bei Siemens sind 351 Tsd. ArbeitnehmerInnen beschäftigt, davon 113 Tsd. in Deutschland. Für Kern ist es wichtig, dass auch internationale Vereinbarungen getroffen werden, um vergleichbare Rahmenbedingungen zu schaffen. Mit den 20 Betrieben in China ist dieses 2013 gelungen, in den USA mit den fünf größten Gewerkschaften ebenfalls. In diesem Jahr finden Verhandlungen mit den gewerkschaftlichen Interessenvertretern in Indien statt. 

Eine Perspektive für die Jugend schaffen

Die Jugend sucht eine Perspektive und Bildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung, betonte Bezirksjugendsekretär Marc Otten. Die IG Metall bietet hierzu umfassende Unterstützung mit ihrem Magazin „Bildung geht weiter“ (zu bestellen unter: essendon't want spam(at)igmetall.de). Jugendliche von heute sind politisch und bringen Botschaften auf den Punkt. In einer Bierdeckelaktion werden die Botschaften gegen Rechtspopulisten aufgezeigt (Infos: www.igmetall-nrw.de). Mit 1000 Jugendlichen will Otten vom 7.- 9. Juli am Biggesee ein Jugendcamp durchführen. Eingeladen sind alle jugendlichen Metallerinnen und Metaller. Anmeldelink folgt in Kürze. Für alle Dual-Studierenden gibt es wieder eine Studi-Tagung in Sprockhövel vom 8.-12. Dezember 2017. Anmeldung unter studierdende.nrw@igmetall.de. 

Konrad Jablonski, IG Metall-Sekretär beim IG Metall-Bezirk NRW fasste die Diskussion zusammen: Joe Kaeser wird das „Mausen“ (Aufspalten) nicht lassen. Die IG Metall wird daher zum Schutz der Arbeitnehmer benötigt, um eine Deutschlandstrategie durchzusetzen. Es geht um viel – die Zukunft der Beschäftigten bei Siemens.

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