Siemens Dialog
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24.06.2021, 01:06 Uhr

Korruptionsverfahren: Der nächste, bitte [Update]

  • 15.06.2011
  • Allgemein

Kaum lässt die Münchner Staatsanwaltschaft Thomas Ganswindt gegen eine Geldauflage ziehen, ist der nächste Ex-Zentralvorstand an der Reihe. Auf Uriel Sharef kommt ein Verfahren wegen möglicher Verstrickung in dubiose Vorgänge zu, mit denen Siemens vor Jahren einen Auftrag der argentinischen Regierung an Land ziehen wollte. Gleichzeitig besteht das heutige Compliance-System eine Bewährungsprobe.

Uriel Sharef.

"Causa Südamerika"

Wie die in Sachen Siemens erfahrungsgemäß recht gut informierte "SZSüddeutsche Zeitung" am Wochenende meldete, sind die umfangreichen Ermittlungen in dieser Angelegenheit gegen Sharef nun abgeschlossen. Nach Einschätzung der Zeitung handelt es sich bei der "Causa Südamerika" um das vielleicht spektakulärste Beispiel aus der Korruptionsaffäre, da möglicherweise Teile der Regierung Argentiniens von Staatsekretären über mehrere Minister bis hin zum damaligen Staatspräsident Carlos Menem in die Vorgänge verwickelt waren.

Dunkle Vorgänge in schillernder Umgebung

Siemens bewarb sich Ende der neunziger Jahre um einen Auftrag zur Herstellung fälschungssicherer Pässe im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar. Schon im Jahr 2008 entstand im Zuge der Korruptionsermittlungen aufgrund einiger Unterlagen der dringende Verdacht, es seien insgesamt deutlich zweistellige Summen an Regierungsvertreter geflossen, bevor das Projekt mit der Abwahl Menems abrupt ein überraschendes Ende fand.

[Update 15.06.] Die Münchner Staatsanwaltschaft I bestätigt in einer undefinedPressemitteilung vom 14.06. die Anklageerhebung und führt die Verdachtsmomente auf wegen Untreue in drei Fällen näher aus. Sharef wird demanch vorgeworfen, Zahlungen im Zusammenhang mit dem betreffenden Auftrag selbst angeordnet und nach dessen Scheitern entsprechende Verhandlungen mit einem Mittelsmann der Empfänger geführt zu haben.

undefinedMenem war von 1989 bis 1999 Präsident Argentiniens. Nach seiner Amtszeit sah er sich mit etlichen Vorwürfen unter anderem wegen Korruption und Waffenhandels konfrontiert, die allerdings nie zu einer Verurteilung führten. Sowohl Sharef, der viele Jahre im Zentralvorstand für Amerika verantwortlich war, als auch Menem bestreiten jedes Fehlverhalten.

Hartes Durchgreifen in neuem Fall

Parallel dazu kursiert eine aktuelle Meldung, die im Grunde schon fast als positiv zu werten ist. Siemens und die deutsche Justiz bestätigten, dass mehrere Manager im Zusammenhang mit einem Projekt in Kuwait wegen des Verdachts verhaftet wurden, mit Vertretern der zuständigen Behörden Schmiergeldzahlungen verabredet zu haben. Der Fall demonstriert, dass das aufwändige Compliance-System fuktioniert und die Zeiten für solche Methoden bei Siemens ein für allemal vorbei sind: Siemens selbst deckte die Vorgänge bei internen Kontrollen auf, informierte umgehend die Justiz und leitete disziplinarische Maßnahmen ein.

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