Am 25. und 26. November kamen rund 350 Betriebsrät*Innen der Siemens AG und ihre Gäste zur jährlichen Versammlung in Berlin zusammen. Das Themenspektrum war gewohnt breit, die Fragen und Diskussionen gewohnt kritisch, der Zusammenhalt im Sinne des übergeordneten Mottos "Mensch vor Marge" wie gewohnt fast mit den Händen zu greifen.
Vieles also wie gewohnt - aber einiges auch mit signifikanten Veränderungen. Die wesentlichste bestand im Wechsel an der Gesamtbetriebsratsspitze. Tobias Bäumler und Stefanie Lengfelder, erst seit September im Amt, brachten souverän ud erfolgreich inhaltliche Kontinuität und eigene Akzente unter einen Hut. Viel Zustimmung gab es auch für Änderungen im Format der Veranstaltung, beispielsweise im internen Teil eine “Couch-basierte" Podiumsdiskussion mit wechselnden Teilnehmenden, statt etlicher einzelner Auftritte.
Das Spektrum dieser und anderer Diskussionen erstreckte sich von der Transformationsvereinbarung insgesamt über einzelne zentrale Aspekte wie den Transformationsfonds, die Betriebsrätevergütung und neue Wege der Mitbestimmung bis zm Schutz der Demokratie und den bevorstehenden Betriebsratswahlen 2026. An der Tarifvertraglichen Sondervereinbarung (TVSV), die bereits 2023 und 2024 im Fokus der Versammlung gestanden hatte, führte erneut kein Weg vorbei. Nachdem per Überleitungstarifvertrag die Tür zurück in den Flächentarif geöffnet ist, ist das Thema allerdings keinesfalls vom Tisch - die Umsetzung nicht nur der Entgeltregelung im Rahmen einer "Perspektive ERA" stellt eine weitere Herausforderung dar.
Der Bericht der IG Metall deckte - wie gewohnt - ebenfalls mehrere Themen ab, von Geo- und Industriepolitik über die letzten weißen Flecken der Tarifbindung im Siemens Konzern und die TVSV, bis zur “ONE Tech Company". Deren Konzept zog sich wie ein roter Faden durch viele der Beiträge: Unverkennbar sehen die Interessenvertreter*Innen bei Siemens Chancen darin, vermissen aber an der einen oder anderen Stelle noch den Bezug zu den Beschäftigten und ihrer künftigen Rolle. Ungemachte Hausaufgaben in diesem Zusammenhang bestehen außerdem in der Kommunikation, denn mitnehmen kann man nur Menschen, die den Weg und das Ziel auch selbst verstehen.
Ein zentrales Leitmotiv der Betriebsräteversammlung 2025 lautete folglich "ONE Tech Company - aber mit allen" - die Interessenvertretung bleibt dran, um dieses Ziel in die Realität umzusetzen.
Ein abschließender Höhepunkt war im Rahmen der Abendveranstaltung die Verabschiedung von Birgit Steinborn, die sich nach fast 12 Jahren als Vorsitzende Ende August aus dem Gesamtbetriebsrat zurückgezogen hatte. CEO Roland Busch und Arbietsdirektorin/CPSO Judith Wiese würdigten gemeinsam Birgits langjähriges unermüdliches Engagement, ebenso der Zweite IG Metall-Vorsitzende Jürgen Kerner und ihr Nachfolger Tobias Bäumler. Etliche Anekdoten aus ihrer Karriere in der Interessenvertretung und schließlich stehende Ovationen der anwesenden Betriebsräte unterstrichen die enorme Anerkennung ihrer Arbeit - das Siemens Team dankt Birgit für die jahrelange hervorragende Zusammenarbeit und wünscht alle Gute für den weiteren Weg!