Immer mehr SchülerInnen in Deutschland machen in der Annahme das Abitur, die Voraussetzung für ein Studium lege den Grundstein für ein sicheres und ausreichendes Einkommen im Berufsleben. Diese Annahme allerdings ist trügerisch: Viele Akademiker arbeiten zu Niedriglöhnen.
Niedriglohn trotz Diplom
Die "Welt" beruft sich in ihrem Bericht auf eine Studie des Institut Arbeit und Qualifikation (
IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Den Wissenschaftlern zufolge verdienten in Deutschland im Jahr 2012 8,6 Prozent der abhängig beschäftigten AkademikerInnen unter 9,30 Euro (brutto) pro Stunde; dieser Wert, zwei Drittel des duchschnittlichen Stundenlohns, gilt als Niedriglohnschwelle. Als absolute Zahl ausgedrückt: rund 688.000 Menschen mit Hochschulabschluss arbeiteten im Niedriglohnbereich.
Schwankungen, aber kein Rückgang
Gegenüber 2011 ist der Anteil der diplomierten Niedriglöhner damit zwar um rund 0,7 Prozent gesunken, das IAQ wertet das jedoch nicht als Abwärtstrend, sondern als Schwankung: "Es gibt seit Jahren eine konstante Gruppe von akademisch ausgebildeten Arbeitnehmern, die zu geringen Löhnen arbeiten", zitiert die "Welt".
Zumindest das Risiko der Erwerbslosigkeit hingegen wird offenbar durch einen Hochschulabschluss deutlich gesenkt. Die Anzahl der von ihr betroffenen Akademiker erhöhte sich zwar laut Bundesagentur für Arbeit von 2012 auf 2013 wegen deutlich gestiegenen Absolventenzahlen und schwächerer Nachfrage um durchschnittlich 13 Prozent, die Quote lag jedoch mit unter drei Prozent auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau.