Siemens Dialog
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24.06.2021, 02:06 Uhr

SEN: Startschuss für Gores-Regie

  • 03.10.2008
  • Konzern

Am 1. Oktober übernahm die Beteiligungsgesellschaft The Gores Group die Führung von Siemens Enterprise Communications. Eine Einigung zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite bei Siemens sowie die kartellrechtliche Freigabe der EU hatten den Weg dazu geebnet. Jetzt gilt es, das Motto der Startfeier in den Alltag umzusetzen: "Shaping the future - all together now".

Fertig für die Feier: Siemens, Gores und SEN<br>begingen den Start demonstrativ optimistisch.

Der amerikanische Stil der neuen operativen Führung ist bereits unübersehbar: "Let’s rock!" hieß es über diesen Zukunftswünschen, als der Startschuss mit einer Feier im großen Festzelt in Anwesenheit von Joe Kaeser und Gores Group-Gründer Alec Gores. Auch ein CEO für das neue Unternehmen wurde pünktlich präsentiert: James O’Neill, der 30 Jahre Management-Erfahrung in den Bereichen Netzwerke und Elektronik, Systemintegration und ITK mitbringt. Bis dato war er CEO von CompuDyne, einem weiteren Gores-Unternehmen, vorher arbeitete er unter anderem bei Oracle und Lucent.

Der Gesamtbetriebsrat von SEN informiert die Beschäftigten mit einem Flugblatt über die Situation an diesem Stichtag. Er sieht realistische Chancen für die Zukunft: Es gibt eine Kapitalausstattung von 500 Millionen Euro und Investitionszusagen über 350 Millionen; Gores betrachtet Kommunikationslösungen für Unternehmen als strategisches Geschäftsfeld und bringt mit Enterasys und SER zwei Firmen ein, die das Call Center-Geschäft von SEN stärken, die Lücke bei eigenen Datenprodukten schließen und den Zugang zum US-Markt verbessern; die internationalen Gesellschaften sind endlich unter einem Dach und einer Führung zusammengefasst.

Erwartungen an die Gores Group

Diese Aussichten sind aus Sicht der Interessenvertretung mit klaren Erwartungen an das neue Management verbunden, unter anderem:

+ Die Personalentwicklung muss auf qualifizierten Aufbau und einer Stabilisierung abzielen, um den Wachstumskurs zu unterstützen.

+ Die geplante Abspaltung des Geschäfts mit kleinen und mittleren Kunden (SMB) mit einem starken IT-Partner darf nicht zu einer vollständigen Aufspaltung führen.

+ SEN bleibt Hauslieferant der Siemens AG und arbeitet im Projekt Siemens One mit.

+ Einhaltung und Fortentwicklung der Tarifverträge mit der IG Metall sowie die Gewährleistung der Betriebsverfassung muss selbstverständlich sein.

Zu Risiken und Nebenwirkungen ...

... fragen Sie Ihren Betriebsrat und die IG Metall: Es liegt auf der Hand, dass die Mehrheitsübernahme durch Gores auch Risiken birgt: SEN gehört nicht mehr zum Siemens-Konzern, Siemens will sich innerhalb von zwei Jahren aus dem Joint-Venture zurückziehen - eventuell mit allen entsprechenden Konsequenzen. Der Aufbau der Administrations-Strukturen eines weltweit agierenden Unternehmens ist daher dringend erforderlich. Ein weiterer KnowHow-Verlust durch Fluktuation und Abwerbung darf nicht hingenommen werden; den Mitarbeitern muss daher eine überzeugende Perspektive geboten werden. Last but not least sind konjunkturelle Risiken durch die Finanzkrise nicht auszuschließen. Es ist Aufgabe der Gores-Group, diese Risiken mit soliden Konzepten zu bewältigen.

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