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22.01.2022, 14:01 Uhr

SIS: Rund 2.400 protestieren gegen die Schere

  • 23.03.2010
  • Konzern

Das war der Montag nach Bekanntgabe der Pläne für Siemens IT Solutions and Services: Bundesweit rund 2.400 Beschäftigte zeigten unter enormem Medieninteresse, was sie von diesen Plänen halten. Die seit vergangenem Jahr laufenden "Montagsaktivitäten" haben damit standortübergreifend von Kiel bis Konstanz einen neuen Höhepunkt erreicht.

München

München Perlach: Talfahrt der Siemens-Arbeitsplätze<br>(Fotos zum Vergrößern anklicken)

Fürth

Fürth: "empört über die Abbaupläne"

Paderborn

Paderborn: Trennungskonzept "besonders perfide"

Berlin

Berlin: Solidarität in der Siemens-Stadt

München: den Kopf nicht für Managementfehler hinhalten

In München Perlach versammelten sich zwischen 900 und 1.000 Beschäftigte am Mittag, um gemeinsam um den Betrieb zu gehen. Dort fand eine Kundgebung statt, bei der unter anderem der erste Münchner IG Metall-Bevollmächtigte Horst Lischka und die Betriebsratsvorsitzende Ulrike Schröder sprachen.

Lischka griff die Pläne Siemens' scharf an und wies darauf hin, dass erneut das alte Muster erkennbar ist: "Die Beschäftigten sollen den Kopf dafür hinhalten, was das Management jahrelang verschlafen hat." Dazu rief er die steile Abwärtsentwicklung von Siemens-Arbeitsplätzen in München seit den 70er Jahren in Erinnerung - von damals rund 50.000 ist die Zahl mittlerweile auf etwa 10.000 geschrumpft. Schröder fasst die Eckpunkte der Pläne zusammen und gab einen kurzen Ausblick über die nächsten Schritte. Beide betonten nachdrücklich, dass unabhängig von der weiteren Entwicklung ein Faktor entscheidende Bedeutung haben wird: Ein möglichst starkes Mandat der Belegschaft für die Beschäftigtenvertreter in Gesamtbetriebsrat und örtlichen Betriebsräten sowie der IG Metall.

Frankfurt: Pfiffe und Beifall

In Frankfurt beteiligten sich trotz etwas Regen rund 50 Kolleginnen und Kollegen an der montäglichen Kundgebung. Die im Vergleich zu größeren Standorten geringe Menge machten sie durch kräftige Lautstärke teilweise wieder wett: Pfiffe und Beifall drückten gleichermaßen Empörung über die unakzeptablen Forderungen des Arbeitgebers aus wie Zustimmung zu der Forderung, keine Verhandlungen über Personalabbau und Ausgliederung ohne wirtschaftliches Gesamtkonzept aufzunehmen.

Fürth, Nürnberg, Erlangen: Und wer macht die Arbeit?!

Beim Montagsspaziergang in Fürth und der anschließenden 'Premiere' in Nürnberg stand für insgesamt gut 400 TeilnehmerInnen unter anderem die Frage im Mittelpunkt, wer eigentlich nach dem geplanten Kahlschlag die Arbeit erledigen soll. Die nämlich wird mit einer Personalreduzierung nicht automatisch weniger, den die DemonstrantInnen hier wie auch an anderen Standorten dadurch sichtbar machten, dass rund 25 Prozent von ihnen rote Plastikwesten trugen. Das Fazit aus Betriebsrat und IG Metall-Vertrauenskörper lässt sich wohl auf alle SIS-Standorte von Kiel bis Konstanz übertragen: "Die Beschäftigten sind empört über die Abbaupläne der Geschäftsleitung." Im nahen Erlangen, das unter dem Begriff "Großraum Nürnberg" gemeinsam mit Fürth und Nürnberg besonders betroffen sein soll, unterstrichen dies gleichzeitig rund 200 Beschäftigte vor dem "Himbeerpalast" des Stammmhauses.

'Räumungsübung' in Paderborn

In Paderborn sorgten die Vorstandspläne für eine neue Rekordbeteiligung an der wöchentlichen Montagsaktion. Rund 450 Kolleginen und Kollegen demonstrierten gegen die Pläne, so dass der Betriebsratsvorsitzende Walter Wiechers schon von einer Art "Räumungsübung" sprach. Carmelo Zanghi, erster Bevollmächtigte der Paderborner IG Metall, kritisierte den Ideenmangel der Siemens-Verantwortlichen: "Von einem großen Konzern wie Siemens sollte man intelligentere Lösungen erwarten können."

Wiechers bezeichnete das Konzept der Trennung in zwei Firmen als "besonders perfide": "'NewCo' für die eine Firma soll modern klingen, wenn aber das Führungspersonal das gleiche bleibt wie bisher, nützt das doch gar nichts." Noch schlimmer die Bezeichnung für die nicht zu übernehmenden Kolleginnen und Kollegen, die in eine Firma mit dem Arbeitstitel "SIS A" abgeschoben werden sollen: Spontan fielen dazu Begriffe wie "Ar...karte" oder "Abfall" ein.

Berlin: Viel Solidarität aus anderen Betrieben

Bei strahlendem Wetter protestierten in Berlin rund 150 Beschäftigte gegen die SIS-Pläne, unterstützt von vielen Solidaritätsabordnungen unter anderem aus dem Dynamowerk, dem Messgerätewerk, der Niederlassung, dem Schaltwerk, von Nokia Siemens Networks und von IBM. Auf der Kundgebung betonten neben dem Betriebsratsvorsitzenden Burkhard Schaper unter anderem Olaf Bolduan (Sprecher der Berliner Betriebsräte und Gesamtbetriebsratsmitglied), der Spandauer Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz die zahlreichen, nicht hinnehmbaren Aspekte der Planungen.

"Kleinstandorte": alle dabei

In Kiel und etlichen anderen der "Kleinstandorte" von SIS quer durchs Land bis hinunter nach Konstanz fanden wie schon in den vergangenen Wochen erneut Sprechstunden der Betriebsräte statt, bei denen die Beschäftigten über den aktuellen Stand der Dinge informiert wurden. Das Interesse ist angesichts der Informationen der vergangenen Woche erwartungsgemäß sehr hoch, wie beispielsweise der Betriebsrat in Kiel berichtet: "Es waren alle Kollegen dabei, abgesehen von Urlaubern und Erkrankten. Sie haben die Forderung nach einem anständigen Geschäftskonzept bekräftigt." Ähnliches berichtet Konstanz, fast genau am anderen Ende Deutschlands: " Das Entsetzen und das Unverständnis über die angekündigten Maßnahmen hielten sich in etwa die Waage."

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