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17.07.2024, 12:07 Uhr

Standort- und Beschäftigungssicherung durch Investition und Innovation

  • 19.03.2012
  • Allgemein

Mit Abschluss der Vereinbarung "Grundsätze bei Restrukturierungen und Strukturänderungen in der Siemens AG, Deutschland" - auch als Radolfzell II bekannt - konnten Gesamtbetriebsrat und IG Metall einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Sicherung der Beschäftigung und der Standorte von Siemens in Deutschland erreichen. Jetzt startet dazu ein modulares Seminarkonzept für Siemens-Betriebsräte.

Vom Reagieren zum Agieren

Im Unterschied zu einer rein defensiven Strategie, welche die zentrale Frage der Beschäftigungssicherung lediglich mit dem zeitweisen „Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen“ beantworten würde, hat sich Siemens mit „Radolfzell“ zusätzlich zu umfassenden Informationen und Konsultationen zum Investitions- und Innovationshandeln gegenüber dem Gesamtbetriebsrat (GBR) bzw. Wirtschaftsausschuss sowie den Betriebsräten an den Standorten verpflichtet. Damit besteht für diese die große Chance, kritische Entwicklungen am eigenen Standort möglichst frühzeitig zu erkennen und ihnen zu begegnen. Daher war es nur folgerichtig, dass der GBR und die Betriebsräte die Auseinandersetzung mit der Investitions- und Innovationspolitik des Unternehmens und seiner Geschäftsbereiche als eigenes strategisches Handlungsfeld definiert haben, getreu dem Motto: Vom Reagieren zum Agieren!

Kompetenz für Betriebsräte

Dieses Agieren setzt allerdings neben politischer und rechtlicher Kompetenz eine Menge grundlegender inhaltlicher und methodischer Fachkenntnisse vor allem betriebswirtschaftlicher Natur voraus. Zudem stellt es neue Anforderungen an die aktive Einbeziehung der Beschäftigten, ihres Sachverstands und ihrer Interessen in einen politischen Diskurs vor Ort. Aus diesem Grund hat das Siemens Team der IG Metall ein neues Qualifizierungskonzept für Siemens-Betriebsräte entwickelt und mit dem IMU-Institut dafür einen kompetenten und erfahrenen Partner gewinnen können. Unser Ziel war und ist hierbei, einen Beitrag zur erweiterten Handlungsfähigkeit der Betriebsräte vor Ort zu leisten und zugleich die Basis für ein abgestimmtes, koordiniertes Auftreten der Arbeitnehmerseite bei Siemens insgesamt zu verbreitern.

Das gesamte Qualifizierungskonzept ist praxisnah gestaltet und soll unmittelbar betrieblich wirksam werden. Es besteht zum einen aus einem zweimoduligen Lehrgang, der vor allem der Vermittlung notwendiger faktischer Hintergründe und fachlicher Kenntnisse, der Übung an praktischen Beispielen sowie dem Transfer der gewonnenen Erkenntnisse in die eigene betriebliche Anwendungspraxis dient. Zum anderen sollen im Rahmen von Vernetzungs-Workshops ein regelmäßiger Austausch über die örtlichen Erfahrungen und gute Praxis-Beispiele bei Siemens und in anderen Unternehmen, sowie eine enge Vernetzung unter den Betriebsräten auch über die Regionen hinaus sowie mit dem GBR stattfinden.


Ansprechpartner im Siemens Team der IG Metall sind für diese Qualifizierungsreihe die Kollegen <link mail>Konrad Jablonski (NRW) sowie <link mail>Jens Prietzel (Bayern).