Siemens Dialog
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24.06.2021, 01:06 Uhr

Wechsel an der COM-Spitze

  • 05.09.2005
  • Konzern

Da geht er hin: Lothar Pauly verlässt Siemens nach nicht einmal einem Jahr an der COM-Spitze und wird Vorstand der Telekom-Tochter T-Systems. Die Führung übernimmt ab sofort ZV-Mitglied Thomas Ganswindt.

Einer geht, einer kommt: Pauly und Ganswindt.

Pauly war seit seinem Studium bei Siemens und verlässt das Unternehmen zu einem Zeitpunkt, an dem die Sparte Communications vor enormen Herausforderungen und weiteren Veränderungen steht. Frank Rothauge, Siemens-Analyst des Bankhauses Oppenheim, zeigt sich heute in der Financial Times Deutschland überrascht, dass Pauly "mittendrin das Handtuch" geworfen hat und vermutet, die Probleme seien vielleicht größer als bislang angenommen. Der Bereichsvorstand setzt sich damit künftig aus Ganswindt, Andy Mattes und dem neu von Alcatel hinzukommenden Andreas Bernhardt zusammen.

Die MitarbeiterInnen sehen sich mit dem plötzlichen Abgang Paulys in einer Situation, die unwillkürlich an den Ausdruck "im Stich gelassen" denken lässt. Zum COM-Start im Oktober 2004 hatte Pauly im Interview mit "Information & Kommunikation", der Beschäftigtenzeitschrift von IG Metall-Betriebsräten des größten COM-Standorts Mch Hofmannstraße, noch optimistisch verkündet, der Neuanfang bedeute "für uns alle eine große Chance". Das Ziel sei nicht etwa eine Restrukturierung, sondern dass "jeder Mitarbeiter auf seiner Position seine Stärken ausspielen" könne - das zumindest scheint sich für ihn selbst als unmöglich erwiesen zu haben.

Über Zusammenhänge mit den wirtschaftlichen Problemen bei COM und speziell der aktuell geplanten Restrukturierung des Enterprise-Geschäfts lässt sich zwar ausgiebig spekulieren, viel kommt jedoch letztlich nicht dabei heraus; Siemens selbst beschränkt sich auf eine sehr knappe Meldung und lehnt jeden weiteren Kommentar ab. Interessanter ist ohnehin, wie sich der abrupte Wechsel für die Sparte und ihre Beschäftigten auswirken wird. Ganswindt hat sich seinen Aufstieg in den Zentralvorstand unter anderem mit einer harten Haltung als ICN-Bereichschef zu einer Zeit verdient, in der erste massive Personalreduzierungen zu Konflikten in bis dahin unbekannten Dimensionen führten. Entsprechend ist sein Ruf, wie auch Analyst Rothauge weiß: "So etwas prägt und macht einen für die Zukunft aggressiver als andere."

Wie sich das konkret auswirkt, bleibt abzuwarten. Eine Ausgliederung von über 4.600 Beschäftigten im Enterprise-Geschäft mit mittleren und kleinen Kunden jedenfalls steht in klarem Widerspruch zum Tarifvertrag für die Niederlassungen - da gibt es keinen Spielraum für Interpretationen, und daran ändert auch ein noch so kampferprobter Vorstand nichts.

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