Siemens Dialog
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24.06.2021, 01:06 Uhr

Wieder Kahlschlag bei Unify

  • 05.06.2014
  • Konzern

Unify gehört zu den ehemaligen Siemens-Bereichen, die mit ihrer Ausgliederung einen anhaltenden Abstieg begonnen haben. Ausbaden müssen es wie fast immer die Beschäftigten, nach wenigen Jahren war die Belegschaft bereits halbiert. Jetzt soll zum x-ten Mal ein Kahlschlag richten, was das Management nicht auf konstruktive Weise hinbekommt.

Protest von SEN-Beschäftigten im Jahr 2008: Die Befürchtungen haben sich bestätigt.

Überlebenskampf in einer neuen Runde

Ende 2011, rund fünf Jahre nach dem Verkauf der Mehrheit der damaligen Siemens Enterprise Communications, zeichnete der Gesamtbetriebsrat ein bitteres Bild des Niedergangs: "SEN: Fünf Jahre Überlebenskampf" war die Auflistung einer endlosen Folge von sogenannten Restrukturierungen überschrieben, die letztlich nichts anderes als Abbauwellen waren. Die letzte davon kostete erst im Jahr 2013 rund 600 Stellen in Deutschland.

"Transformation" = Personalhalbierung

Seither hat das Management in wechselnder Besetzung die dabei stets verkündeten Ziele nicht erreichen können, für die sich die Opfer wenigstens hätten lohnen können. Ende Mai war es nun wieder soweit, die selben abgegriffenen Phrasen - "Transformation als Schlüsselfaktor für den Erfolg" - müssen ein weiteres Mal zur Begründung der hilf- und einfallslosen Ziele herhalten: Rund die Hälfte der weltweit noch 7.700 Beschäftigten soll gehen, davon wiederum die Hälfte in Zentraleuropa und speziell in Deutschland. Dort ist eine massive "Konsolidierung" der Standorte einschließlich der Zentrale geplant, die dem Vernehmen nach aus München abgezogen werden könnte.

Widerstand gegen den Kahlschlag

Die IG Metall griff diese jüngste Hiobsbotschaft in einer ersten Reaktion (Pressemitteilung IG Metall Bayern) scharf an. Ihr Unternehmensbeauftragter Peter Mokrus erklärte: "Für diesen Kahlschlag haben wir keinerlei Verständnis und werden ihn nicht kampflos hinnehmen. Seit Jahren jagt eine Restrukturierung die nächste, ohne dass sich das Geschäft wirklich erholt hätte. Seit Jahren mahnen Betriebsräte und IG Metall eine belastbare Zukunftsperspektive für das Unternehmen und für die Beschäftigten an - bis heute leider vergeblich."

Auch Siemens in der Pflicht

Sibylle Wankel, Tarifverantwortliche der IG Metall für den Siemens-Konzern und Mitglied im Siemens-Aufsichtsrat, signalisierte ebenfalls ein Ende der Opferbereitschaft der Arbeitnehmerseite: "Seit Jahren begleiten wir solche Ausgliederungen mit abweichenden Tarifverträgen, ohne dass die erzielten Einsparungen in dringend notwendige Innovationen gesteckt würden." Sie warnt angesichts der alarmierenden Lage vor Parallelen zum BenQ-Desaster, in dessen Verlauf ein anderer früherer COM-Bereich von Siemens bekanntlich unwiderruflich verheizt wurde. Um eine Wiederholung dieser Katastrophe auszuschließen sieht sie auch die Siemens AG in der Pflicht, die nach wie vor 49 Prozent an Unify hält: "Jetzt ist es an Siemens, die Verantwortung für die bei Unify arbeitenden Ex-Siemensianer zu übernehmen, um ein Desaster wie bei BenQ zu vermeiden."

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