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15.06.2024, 00:06 Uhr

Kurzarbeit stützt weiter

  • 02.09.2009
  • Allgemein

"Jobmarkt hält sich wacker", "Drama bleibt aus", "überraschend robust" - so oder ähnlich lauten die Schlagzeilen zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten der Bundesagentur für Arbeit. Deren Vorstandsvorsitzender wiederholt wie bereits in den Vormonaten den wesentlichen Grund für die zumindest kurzfristige Erleichterung: "Vor allem Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt."

Krisenauswirkungen "vergleichsweise moderat"

Zwar zeigten sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auch im August auf dem Arbeitsmarkt, so Frank Weise bei der Präsentation der Zahlen am Dienstag in Nürnberg weiter, aber: "Insgesamt sind die bisherigen Auswirkungen des Abschwungs vergleichsweise moderat." Im August stieg die Anzahl der Arbeitslosen um rund 9.000 auf 3.472.000 - ein unerfreuliches Plus von 276.000 im Vergleich zum Vorjahr, aber mit 0,1 Prozent eindeutig nicht der befürchtete lawinenartige Einbruch.

Neben dem damit erneut in seiner Wirkung bestätigten Instrument der Kurzarbeit wirkt sich auch das Zahlenspiel positiv auf die Gleichung aus, das die <link http: www.arbeitsagentur.de nn_27030 zentraler-content pressemeldungen presse-09-067.html _blank external-link-new-window>undefinedArbeitsagentur als "Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente" bezeichnet. Hinzu kommt ein früheres Ende der Schulferien in einigen Bundesländern, wo daher die normale Herbstbelebung früher als sonst ihre Wirkung entfaltete.

Damit ist der Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit Blick auf Krise und Rezession vergleichweise gering. Die Bedeutung der Kurzarbeit für dieses Ausbleiben einer deutlich schlimmmeren Entwicklung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden: Schon im Juli wurden 160.000 neue Kurzarbeiter registriert, für August schätzt die BA weitere 110.000 bis 120.000 Betroffene.

Aufatmen in Berlin

Vor allem in den Regierungsparteien dürfte das Aufatmen angesichts dieser Zahlen deutlich hörbar sein, verhindert es doch eine mögliche Zunahme von Wut- und Enttäuschungswählern am 27. September. Was danach kommt, steht womöglich auf einem anderen Blatt, so die Befürchtung vieler - genährt nicht zuletzt durch entsprechende Andeutungen aus den Unternehmen (siehe Kahlschlag nach der Wahl?).