Siemens Dialog
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02.12.2022, 18:12 Uhr

Neuer Tarifvertrag:

Anschluss für TVSV bei Siemens Mobility

  • 02.11.2022
  • Operativ, Konzern

„Ein gutes Tarifergebnis scheut das Tageslicht“, besagt ein Sprichwort, dass sich wieder einmal bewahrheitet: Ende September erzielten die Tarifparteien für Siemens Mobility nach einem Verhandlungsmarathon den Durchbruch in der Frage, wie es nach dem Auslaufen der Tarifvertraglichen Sondervereinbarung in den Mobility-Flächenbetrieben Ende März 2023 weitergeht.

Aktion bei SMO im Rahmen der aktuellen Entgelttarifrunde.

Mit dem Abschluss des neuen TV SMO-NL wird nun in den drei Flächenbetrieben der Siemens Mobility ab April 2023 für die rund 380 Beschäftigten auf die Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie NRW unter Beibehaltung der bisherigen Arbeitszeit- und Qualifizierungszeitregelungen nach der TvSv umgestellt. Teil des vereinbarten Gesamtpakets sind jedoch auch verbesserte Regelungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der 50 Qualifizierungsstunden durch eine parallel abgeschlossene Gesamtbetriebsvereinbarung - denn dass diese Qualifizierungsstunden in Zukunft nicht wie bisher häufig geschehen vor allem als bloße Arbeitszeitverlängerung, sondern für tatsächliche Qualifizierung genutzt werden, war eines der besonders wichtigen Themen der Beschäftigten. 

Mit der Umstellung auf den Entgeltrahmentarifvertrag NRW verbunden ist nun auch eine Neueingruppierung aller betroffenen Mitarbeiter*innen. Dazu wurde ein mitbestimmtes Überleitungsverfahren vereinbart, welches den Betriebsrat gleichberechtigt am Verfahren beteiligt und als höchste Eskalationsinstanz sogar eine tarifliche Schlichtung vorsieht. Damit kann eine faire und anforderungsgerechte Eingruppierung deutlich besser erreicht werden als auf Basis des relativ spärlichen gesetzlichen Mitbestimmungsrechts des Betriebsrates bei Eingruppierungsfragen.

Auch eine spezifische Standort- und Beschäftigungssicherung, die das auch für Siemens Mobility geltende Radolfzell II-Abkommen ergänzt, ist Teil des vereinbarten Gesamtpakets geworden.

„Wir haben in fachlich und zeitlich intensiven Sondierungen zunächst die wirtschaftliche Argumentation des Arbeitgebers auf Herz und Nieren geprüft und dabei auch die Expertise eines unabhängigen wirtschaftlichen Beraters hinzugezogen. Für uns war wichtig, hier Sorgfalt vor Schnelligkeit walten zu lassen und erst danach in echte Verhandlungen auf Augenhöhe einzusteigen,“ erklärt IG Metall-Verhandlungsführer Jens Prietzel.

„Die Beteiligung der Mitglieder in den betroffenen Betrieben war für uns allerdings der entscheidende Faktor in den Verhandlungen. Durch ihre kontinuierliche Einbeziehung und ihre Prioritätensetzung gleich zu Beginn der Verhandlungen hatte die Tarif- und Verhandlungskommission immer einen Kompass an der Hand“, so Björn Malchrowitz, BR-Vorsitzender im Betrieb West und Mitglied der Tarifkommission.

Das Ergebnis kann sich in jedem Fall sehen lassen, wofür auch das positive Echo der IG Metall-Mitglieder im abschließenden Mitgliedermeeting spricht.

„Dieses Ergebnis bildet nun u.a. auch die Grundlage dafür, im hart umkämpften und personalintensiven Rail-Service-Geschäft die vorhandenen Fachkräfte ans Unternehmen binden sowie neue gewinnen bzw. ausbilden zu können. Dem Arbeitgeber war auch langfristige Planungssicherheit wichtig, diese haben wir damit geschaffen. Wir erwarten, dass diese nun genutzt wird, um das zukunftsträchtige Geschäft, die Standorte und Beschäftigung durch Investitionen und neue Aufträge weiter nach vorne zu entwickeln“, fasst Anatoli Klassen, IG Metall-Unternehmensbeauftragter für die Siemens Mobility, zusammen.

Mario Bodenbinder, BR-Vorsitzender im Betrieb Nord-Ost und ebenfalls Mitglied der betrieblichen Tarifkommission, ergänzt: „Wir Betriebsräte haben uns nun in den für unsere Konstellation maßgeschneiderten IG Metall-Seminaren für das nun anstehende Eingruppierungsverfahren schulen lassen. Nun beginnt eine intensive mehrwöchige Phase, in welcher wir mit dem Arbeitgeber über die Neueingruppierung auf betrieblicher Ebene beraten werden.“ 

„Dabei wird es ebenso wichtig sein, wieder in den direkten Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in den Hallen und Büros zu gehen,“ schließt Bernd Uhl, BR-Vorsitzender in der BR-Einheit Mitte-West und Tako-Mitglied, denn „die Beschäftigten sind die besten Experten ihrer eigenen Arbeit und wissen genau, welche Anforderungen an ihren Job gestellt werden. Und genau das ist nun mal entscheidend für eine korrekte Eingruppierung.“

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