Siemens Dialog
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28.09.2022, 01:09 Uhr

Weiss Spindeltechnologie:

Ohne Transformationsgeld?

  • 04.04.2022
  • Operativ, Konzern

Bei der Siemens-Tochter Weiss Spindeltechnologie in Maroldsweisach finden derzeit Tarifverhandlungen zur Übernahme des Transformationsgeldes und der Neuerungen im Tarifvertrag Beschäftigungsentwicklung in den Haustarifvertrag statt. Die bisherigen Gespräche blieben ohne Ergebnis.

Bei Weiss erkennt ein Haustarifvertrag weitestgehend die Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie Bayern an. Dennoch müssen Entgeltbausteine wie das Tarifliche Zusatzgeld (T-ZUG) oder das Transformationsgeld (Trafo-Geld) gesondert in den Haustarifvertrag verhandelt werden.

„Den Beschäftigten ist eine Anerkennung wichtig. Sie haben in den vergangenen beiden Jahren mit viel Engagement viel geleistet: Kurzarbeit, sozialverträglicher Personalabbau, bis hin zu jetzt wieder Überstunden. Das Transformationsgeld ist hier ein wichtiges Signal,“ erklärt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Stephan Schmitt.

Der Arbeitgeber will das Transformationsgeld an Unternehmenskennzahlen koppeln. Florian Schmidt, Leiter des IG Metall-Vertrauenskörpers, hält dagegen: „Das unternehmerische Risiko würde damit auf die Beschäftigten verlagert. Es wäre viel wichtiger, den Beschäftigten Wertschätzung, Sicherheit und Orientierung zu vermitteln. Das Transformationsgeld ist dafür ein wichtiger Baustein - denn falls Unternehmen durch die Transformation in Schieflage geraten und Arbeit umverteilen müssen, kann das Geld als Ausgleich bei einer notwendigen Arbeitszeitreduzierung genutzt werden.“

Deshalb kommt für die Beschäftigten bei Weiss eine Kopplung an Unternehmenskennzahlen derzeit nicht in Frage. Obwohl sie alle mitziehen, wird ihnen jedoch signalisiert: Es reicht nicht. Dass erst mühevoll Personal abgebaut wurde, und nun wieder Fachkräfte gesucht werden, sorgt für zusätzliches Unverständnis. In Maroldsweisach wünscht man sich mehr Verantwortung für den Standort und die Menschen.

Bei Weiss steht eine engagierte und innovative Belegschaft, die schon so manche Veränderung stabil und verlässlich bewältigt hat, geschlossen für Tarifbindung und Mitbestimmung . Es braucht ihre Innovationskraft und Veränderungsbereitschaft, um weiterhin im Wettbewerb bestehen zu können. Die Übernahme des Transformationsgeldes, so wie es in der Fläche Bayern geregelt ist, und der beschäftigungssichernden Elemente aus dem TV Beschäftigungsentwicklung, sind dafür ein wichtiger Faktor - Anfang April wird weiter verhandelt.

Was ist das Transformationsgeld? Das Transformationsgeld wurde im Tarifabschluss 2021 vereinbart und wird bzw. wurde in zwei Schritten ausbezahlt: 18,4 % eines Monatsentgelts im Februar 2022, ab Februar  2023 27,6% eines Monatsentgelts als dauerhafte jährliche tarifliche Sonderzahlung.

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