Siemens Dialog
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30.05.2024, 01:05 Uhr

Verwirrung durch Abbaumeldung

  • 30.09.2013
  • Allgemein

Die Nachricht verbreitete sich ausgerechnet am Sonntag Nachmittag und sorgte zum Wochenanfang für viel Medienwirbel: Ein Siemens-Sprecher bestätigte den Abbau von 5.000 Stellen in Deutschland, weltweit gar 15.000. Neu daran allerdings ist eigentlich nur, dass eine Gesamtsumme der von "Siemens 2014" betroffenen Stellen genannt wird.

Tatsächlich beziehen sich diese Zahlen offenbar nicht etwa auf neue Maßnahmen, sondern auf bereits bekannte, die zum Großteil längst Gegenstand von Verhandlungen über entsprechende Interessenausgleiche waren oder sind. Umso mehr trug zur Verwirrung bei, dass Siemens diese Maßnahmen überraschend zu einer Gesamtsumme aufaddiert, nachdem man dies über Monate hinweg konsequent vermieden hatte.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Lothar Adler reagierte vor diesem Hintergrund in einem ersten Statement entsprechend irritiert auf Siemens' unerwarteten Vorstoß: "Den Arbeitnehmervertretern wurde nie eine Gesamtzahl über den Abbau bekanntgegeben, daher sind wir überrascht und maßlos verärgert."

Von missglückt wirkender Kommunikation abgesehen ändert sich jedoch aus Arbeitnehmersicht nichts an der aktuellen Situation. Gesamtbetriebsrat und IG Metall verfolgen weiter ihren Ansatz "Siemens 2020", der kurzfristigem Margendenken nachhaltige Entwicklung entgegensetzt. Adler fasste zusammen: "Wir lehnen nach wie vor ein rein margengetriebenes Personalabbauprogramm ab und fordern stattdessen ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Programm, bei dem der Mensch und nicht nur die Marge im Mittelpunkt steht."

In die selbe Richtung äußerte sich Jürgen Kerner, geschäftsführendes Mitglied des IG Metall-Vorstands und Siemens-Aufsichtsrat: "Siemens hat zuvorderst eine Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern. Dieser Verantwortung muss der Konzern nachkommen. Mit der Strategie „Siemens 2020“ haben Gesamtbetriebsrat und IG Metall bereits im Februar 2013 deutlich gemacht, dass die Qualifikation der Mitarbeiter, Technologie und Innovation im Zentrum der Strategie stehen müssen."

Grundsätzlich verwies Kerner zu "Siemens 2014" auf die Erwartung von IG Metall und Gesamtbetriebsrat, dass Siemens nicht an den bisherigen Verfahren von Information und Verhandlung mit der Arbeitnehmerseite rüttelt: "Wir gehen davon aus, dass Siemens diesen Weg weiter verfolgen wird. Wer ein reines Abbauprogramm plant, verlässt den Weg der kooperativen Zusammenarbeit zur Lösung offener Fragen. Einer Rückkehr zum reinen Margendenken wird die IG Metall mit Entschiedenheit entgegentreten."