Siemens Dialog
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30.05.2024, 02:05 Uhr

Zukunft braucht Herkunft

  • 03.08.2015
  • Operativ

Siemens' Status als Traditionsunternehmen stellt grundsätzlich auch das Management nicht in Frage. Die Arbeitnehmerseite würde sich allerdings oft wünschen, dass dieser Status sich stärker in der Besinnung auf traditionelle Werte und örtlichen Bezug - Stichwort Deutschland-Strategie - auswirkt. In der NL München unterstrichen Beschäftigte diesen Anspruch auf ungewöhnliche Weise.

Dirndl und Lederhose ...

Im Rahmen einer Mitarbeiterveranstaltung mit dem Titel "Zukunft braucht Herkunft" feierten die Beschäftigten der Niederlassung München vergangene Woche das 125-jährige Bestehen der Regionalen Vertriebs- und Serviceorganisation der Siemens AG in München. Nachdem der Betriebsrat auf der letzten Betriebsversammlung dazu aufgerufen hatte, erschienen viele der Kolleginnen und Kollegen in bayrischer Tracht, im Dirndl oder in der Lederhose.

... für regionale Verankerung

Auf diese Weise wollten die Beteiligten ein Zeichen gegen ein weiteres Ausbluten der regionalen Vertriebsorganisationen setzen. Sie identifizieren sich mit ihrer Regionen und sind deshalb am besten für die Betreuung der örtlichen Kunden aus der Niederlassung heraus geeignet. Die Kundenbetreuung aus einer Zentrale heraus ist in dieser Qualität nicht zu leisten, erklärt der Betriebsratsvorsitzende Günter Prietz: "Unsere Mitbewerber beneiden uns um eine gewachsene, hocheffiziente, regionale Vertriebsstruktur und um hochengagierte und motivierte Mitarbeiter. Viele Kolleginnen und Kollegen sehen jedoch in den Organisationsänderungen der letzten Jahre den Versuch, die regionale Vertriebs-und Servicestruktur in Frage zu stellen."

Es liegt auf der Hand, dass eine derartige Politik auf Dauer viele Arbeitsplätze nicht nur in den Niederlassungen gefährden würde - die Beschäftigten der NL München haben dies auf ihre eigene Art unterstrichen.