Siemens Dialog
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30.09.2020, 23:09 Uhr

Über 700 Stellen bei LDA, MC und CV betroffen:

Abbaupläne in Ruhstorf und Nürnberg

  • 10.09.2020
  • Operativ

Vor gut vier Jahren standen die Standorte Ruhstorf und Nürnberg Vogelweiherstraße schon einmal im Visier radikaler Abbaupläne. Nach einer intensiven Auseinandersetzung wurde damals ein Interessenausgleich geschlossen, der bis heute wirkt und vor allem Ruhstorfs Existenz sicherte. Nun liegen erneut Pläne auf dem Tisch, die aus Arbeitnehmersicht weder nachvollziehbar, noch hinnehmbar sind.

Protest in Ruhstorf 2016.

Siemens informierte den Wirtschaftsausschuss am 8. September, man wolle in den Bereichen LDA (POC), MC (DI) in Ruhstorf 335 und in Nürnberg 373 Arbeitsplätze streichen; außerdem soll es Verlagerungen in die Tschechische Republik geben.

Ebenfalls betroffen ist die Fertigung im Bereich Commercial Vehicles, der Umrichter und Motoren für Großfahrzeuge beispielsweise im Bergbau sowie für Busse und LKW mit elektrischen Antrieben herstellt. Letzteres soll nach den Vorstellungen des Management künftig vor allem in China geschehen. Aus Sicht der Arbeitnehmerseite würde man damit einen wichtigen Zukunftsbereich aus der Hand geben - eigentlich ein Schritt, der sowohl bei den großen europäischen Herstellern, als auch bei der Politik auf Widerstand stoßen sollte.

Der Gesamtbetriebsrat weist diese Pläne insgesamt und den massiven Abbau zurück und kritisierte sie als Konsequenz von unzureichenden Bemühungen, nach der letzten Auseinandersetzung wie vereinbart zukunftsfähige Alternativen zu schaffen. Für die Mitarbeiter*Innen bedeutet dieser Kurs vor allem in Ruhstorf schon seit Jahren ständige Verunsicherung und Frustration. Die Betriebsräte fordern wie bisher den Erhalt der Produktion und lehnen die geplanten Verlagerungen ab. Statt dessen müssen endlich zukunftsfähige Alternativen und nachhaltige Standortkonzepte entwickelt werden.

Auch die IG Metall bewertet die Abbau- und Verlagerungspläne als inakzeptabel. Vor dem Hintergrund des an beiden Standorten bereits seit 2016 erfolgten Personalabbaus würden weitere Reduzierungen in diesem Ausmaß massiv in die noch vorhandene Substanz eingreifen. Besonders für Ruhstorf würde dies mittelfristig die Existenz Standorts insgesamt in Frage stellen. Von daher ist das  zuständige Management aufgefordert, statt einer weiteren einfallslosen Schrumpfkur alternative industrielle Perspektiven für die betroffenen Betriebe zu entwickeln. Es gilt, zukunftsfähige Produkte und Kundenleistungen mit modernen Entwicklungs- und Fertigungskonzepten zu verknüpfen.

Auf diesem Wege könnte Siemens auf seine engagierten Beschäftigten mit ihrem Know-how und ihrer Kompetenz bauen. Gerade angesichts der tiefgreifenden Transformation der Industrie wäre es äußerst kurzsichtig, dieses Potenzial aufzugeben. Auf der Arbeitnehmerseite gibt es bereits intensive Überlegungen hinsichtlich möglicher Alternativen, die den Erhalt zumindest von Teilen der betroffenen Stellen sowie der Standorte insgesamt ökonomisch ermöglichen könnten.

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