Siemens Dialog
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15.04.2024, 18:04 Uhr

Forderungsrahmen: 4,5 bis 5 Prozent

  • 02.02.2016
  • Allgemein

Nachdem die regionalen Tarifkommissionen Ende Januar ihre Forderungsempfehlungen für die Metall- und Elektrotarifrunde abgegeben hatten, hat der Vorstand der IG Metall am 2. Februar einen Rahmen von 4,5 bis 5 Prozent mehr Entgelt für die weitere Diskussion festgelegt. Sie mündet am 23. Februar in die endgültigen Forderungen der Bezirke, am 29. entscheidet der Vorstand über deren Genehmigung.

Wie hoch die Forderung am Ende auch ist, auf jeden Fall gilt: WIR für mehr!

Fair, finanzierbar, dringend geboten

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, begründete die Entscheidung am Dienstag in Frankfurt: "Wir wollen mit unserer Entgeltforderung zur Verteilungsgerechtigkeit in unserer Gesellschaft beitragen. Die Forderung ist von den Unternehmen finanzierbar und sichert den Beschäftigten einen fairen und verdienten Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie ist zur weiteren Stärkung der Binnennachfrage ebenfalls dringend geboten."

Die wirtschaftliche Situation der Betriebe und Unternehmen, das zeigen auch die jüngsten Bilanzen von Siemens und Infineon, ist stabil. Auch die Aussichten für 2016 sind gut, wie die meisten Wirtschaftsverbände einräumen. Die IG Metall erstellt ihre Forderung wie immer auf Grundlage der mittelfristigen Zielinflationsrate der Europäischen Zentralbank (derzeit 2%) und einer erwarteten mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Trendproduktivitätssteigerung (ca. 1,1%) auf, ergänzt um einen Umverteilungsfaktor.

Hofmann trat vor diesem Hintergrund dem aktuellen Argument der Arbeitgeberseite entgegen, gestiegene Lohnstückkosten müssten sich in einer möglichst niedrigen Forderung niederschlagen: "Die Ertragssituation ist 2015 auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau bei einer Netto-Umsatz-Rendite von respektablen 3,6 Prozent. Die Beschäftigung ist deutlich gewachsen. Die Metall- und Elektroindustrie hat den temporären Anstieg der Lohnstückkosten, auch auf Grund weiterer positiver Sonderfaktoren, damit sehr gut verkraftet."

Neben der Entgelterhöhung will die IG Metall die Tarifrunde nutzen, um die Erhöhung der Tarifbindung voranzutreiben: "Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Betrieben haben den gleichen Anspruch auf Tariferhöhungen. Sie verdienen bei vergleichbarer Tätigkeit im Durchschnitt 24,6 Prozent weniger. Gerecht geht nur mit Tarifvertrag! Deshalb werden wir in dieser Tarifrunde verstärkt Belegschaften aus Betrieben ohne Tarifbindung einbeziehen, um die Tarifbindung wieder zu steigern", betonte Hofmann.

Die aktuellen Entgelttarifverträge laufen am 31. März 2016 aus, die Friedenspflicht endet am 28. April um 24 Uhr.