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14.06.2024, 23:06 Uhr

Ansehen der Gewerkschaften steigt

  • 29.09.2009
  • Allgemein

Die Ursachenforscher sind sich noch nicht einig, ob es an der Wirtschafts- und Finanzkrise liegt, an wachsender Politikverdrossenheit, an ihren neuen Initiativen oder womöglich an noch einer ganz anderen Zeitgeisterscheinung. Fest steht aber: Ansehen und Akzeptanz der Gewerkschaften befinden sich spürbar im Aufwind.

Deutlicher Imagegewinn (Grafik:<br>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

"Im freien Fall" sah vor einigen Jahren der "Stern" das Ansehen der Gewerkschaften, nicht viel besser war das Ergebnis der Polis-Studie im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Sommer 2004. Zu dieser Zeit war das Image auf einem Tiefpunkt; interne Auseinandersetzungen und der eine oder andere Skandal ließen Kritiker und politische Gegner schon vom "Auslaufmodell" frohlocken.

Seither allerdings hat sich sich das Blatt gründlich gewendet. Umwälzungen in der Arbeitswelt, die Auswirkungen der Agenda 2010 und zuletzt eben die Krise haben demonstriert, dass die Gewerkschaften nach wie vor eine wichtige Rolle in Politik und Gesellschaft wahrnehmen, wichtiger vielleicht als in einer ganzen Reihe von Jahren.

Dieser Umstand schlägt sich nicht nur in ihrer Darstellung in den Medien und der Akzeptanz bei Politik und Wirtschaft nieder, sondern auch in der Wahrnehmung durch die Bevölkerung. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" veröffentlichte Mitte September in ihrer Rubrik "Volkes Stimme" die Ergebnisse einer aktuellen Allensbach-Umfrage zu diesem Thema. Das Fazit: "Hatten im Jahr 2003 lediglich 23 Prozent der Deutschen eine gute Meinung von ihnen, liegt der Anteil heute bei 35 Prozent." Auch von "Auslaufmodell" ist nichts mehr zu hören: "Die wenigsten Menschen halten Gewerkschaften für überholt: Lediglich 18 Prozent vertreten diese Auffassung, 59 Prozent widersprechen."