Siemens Dialog
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16.04.2024, 02:04 Uhr

Billige Arbeitskraft oder gleichgestellte Mitarbeiter?

  • 14.04.2005
  • Jugend

Neue Broschüre der IG Metall zum Thema Werkstudenten/Innen: Grundsätzliche Rahmenbedingungen und konkrete Tipps.

Studentisches Personal stellt heute in der Industrie einen respektablen Teil vieler Belegschaften dar. Das Bewusstsein, dass ein reibungsloser Einstieg ins Berufsleben nur mit Praxiskenntnissen und einem Mindestmaß an Berufserfahrung möglich ist, hat sich inzwischen bei vielen StudentInnen durchgesetzt. Als WerkstudentIn kann man wertvolle Erfahrungen sammeln, Theorie und Praxis verknüpfen und nebenbei noch etwas zum Bafög dazu verdienen.

Im Vergleich zu Praktika erhalten fachnah eingesetzte WerkstudentInnen oft detailliertere Einblicke und die Möglichkeit, an speziellen Projekten des operativen Geschäfts mitzuwirken und Teilaufgaben selbständig zu übernehmen. Zahlenmäßig sind sie längst keine Exoten mehr, sondern ständiger Bestandteil der Beschäftigtenstruktur vor allem großer Unternehmen: Etwa 8.000 WerkstudentInnen sind ständig bei Siemens, bei BMW machen in manchen Entwicklungsabteilungen (z.B. FIZ München) die StudentInnen 16% der Belegschaft aus.

Trotz all dem ist der betriebliche Status dieser  Beschäftigtengruppe in der Praxis vielfach ungenügend definiert. Hauptproblem der Unternehmen scheint zu sein, dass Studierende meist noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben und es daher keine einheitlichen tariflichen Regelungen gibt. Also zahlen die Unternehmen ganz nach Gusto und  „übersehen“ dabei häufig die guten Qualifikationen und Fachkenntnisse, die ihre WerkstudentInnen mitbringen.

Die IG Metall setzt sich für die Eingruppierung in leistungsgerechte Tarifstufen ein, um zukünftig eine angemessene und faire Bezahlung zu garantieren. Eine neue Broschüre des Siemens Teams informiert über grundsätzliche und spezielle arbeitsrechtliche Gegebenheiten und ermöglicht es angehenden WerkstudentInnen nicht nur bei Siemens, ihre Vergütung selbst anhand einiger Beispiele zu überprüfen. Außerdem: Wer zahlt wieviel für Eure Arbeit? Welche Rechte  habt Ihr und welche Leistungen müsst Ihr bekommen? Worin liegen bisher Ungerechtigkeiten bei der Bezahlung von  WerkstudentInnen? Was machen eigentlich Betriebsrat und JAV, und wie können sie Euch helfen?

Übrigens: Auch WerkstudentInnen sind in der IG Metall gut aufgehoben - und das für einen besonders niedrigen Beitrag von schlappen zwo Euro und fünf Cents im Monat!

Die 40-seitige Broschüre liegt im Download des Siemens Dialogs vor und kann außerdem in Papierform bestellt werden bei inge.poljakdon't want spam(at)igmetall.de.