Siemens Dialog
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20.06.2024, 05:06 Uhr

Ergebnisoffen statt 'alternativlos'

  • 01.06.2015
  • Operativ

Am 29. Mai war Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller zu Gast im Gasturbinenwerk, wo er Gespräche mit Betriebsräten örtlicher Siemens-Betriebe, der IG Metall und der Geschäftsführung über die Zukunft von Siemens in Berlin führte. Er unterstützt die Überzeugung der Arbeitnehmerseite, dass alle Alternativen zum geplanten Abbau von rund 800 Stellen in Berlin gründlich zu prüfen sind.

Gründlicher Blick ins Werk ...

... und intensive Diskussion mit Betriebsräten und IG Metall.

(Fotos: Christian von Polentz/transitfoto.de)

Standortwahrung im Vordergrund

Nach dem Gespräch zeigte Müller zwar grundsätzlich Verständnis für die Absicht Siemens', sich Marktveränderungen anzupassen, betonte aber: "In diesem Zusammenhang hat Siemens nun Produktionsverlagerungen ins Spiel gebracht. Die Betriebsräte der Huttenstraße haben jedoch von bereits umgesetzten und noch laufenden Initiativen und Optimierungsanstrengungen berichtet, die ebenso Teil der Überlegungen sein müssen. Mögliche Kosteneinsparungs- und Effizienzpotenziale müssen dabei in erster Linie zur Standortbewahrung genutzt werden. Diese und andere Ideen sollten durch die Siemens-Leitung in einem angeblich ‚alternativlosen‘ Prozess nicht nur zur Kenntnis genommen werden, sondern mit dem Betriebsrat in ergebnisoffenen Gesprächen mit dem Ziel der Sicherung des Standortes und der qualifizierten Arbeitsplätze im jetzigen Umfang erörtert werden."

Warnung vor Know-how-Verlust

Die Betriebsratsvorsitzenden von Gasturbinenwerk, Messgerätewerk, Schaltwerk und Siemens Mobility wiesen ihrerseits auf das Risiko hin, das mit den aktuellen Plänen eingegangen wird. Der hohe Personalabbau würde die Standorte substanziell treffen: "Wir sehen die Fertigungstiefe bedroht. Vertrauen in 'Made in Germany' - es geht das Vertrauen der Kunden verloren, wenn der Standort Deutschland abgebaut wird. Der schleichende Know-how-Verlust ist bedrohlich", fasste Günter Augustat, Betriebsratsvorsitzender im Gasturbinenwerk, die Einschätzung zusammen.

Augustat forderte von der Siemens-Leitung die Umsetzung der mit "PG 2020" gemachten Versprechen und betonte, mit dem Betriebsrat seien betriebsbedingte Kündigungen nicht zu machen: "Wir erwarten eine ernsthafte und offene Erörterung. Und: Wir bitten die Politik, dass wir unser Schätzchen hier in Moabit als Standort und Schaufenster hier in Berlin erhalten können."

Kämpfen wie die Bären

Ihre Entschlossenheit, für ihre Betriebe zu kämpfen, machen die Berliner Siemensianer übrigens auch auf viele andere Arten deutlich, wie entsprechende Flyer (siehe Flyer-Baerlin.pdf) und T-Shirts zeigen. Das standortübergreifende Motto: "Wir werden kämpfen wie die Bären!"


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