Siemens Dialog
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16.04.2024, 02:04 Uhr

Power and Gas Berlin: "Es geht um die Wurst"

  • 20.04.2015
  • Operativ

... und deswegen geben die Beschäftigten mit der IG Metall ihren Senf dazu. Unter diesem Motto riefen die Vertrauensleute im Berliner Gasturbinenwerk am 17. April gemeinsam mit der IG Metall Berlin zu einer Kundgebung auf. Die Beschäftigten im Werk nahmen die Gelegenheit an, sich über ihre aktuelle Situation auszutauschen.

Na dann Mahlzeit.

Appetit auf Information.

Klare Worte von Regina Katerndahl.

Kontrapdroduktive Abbaupläne

Nach dem aktuellen Stand der Siemens-Planung sollen 200 Stellen in dem Berliner Betrieb abgebaut werden. Derzeit führen Vorgesetzte mit Beschäftigten aus fast allen Betriebsbereichen Gespräche, um die Kolleginnen und Kollegen dazu zu bringen, ihren Arbeitsvertrag auf freiwilliger Basis zu beenden. Die angebotenen Maßnahmen reichen von Aufhebungsverträgen mit entsprechenden Abfindungen, Übergang in eine betriebsorganisatorisch eigenständige Einheit und Altersteilzeitregelungen. Am Sinn dieses Vorgehend herrschen allerdings erheblich Zweifel: "Derzeit haben wir wieder mehr Aufträge. Wir brauchen alle Kolleginnen und Kollegen, um die Gasturbinen mit kurzen Lieferzeiten und in erwarteter Qualität fertigen zu können - aus meiner Sicht sind keine Arbeitsplätze abzubauen!", kommentiert Peter Haufe, Leiter des Vertrauenskörpers und Betriebsratsmitglied.

Gestörtes Klima

Bei heißen Würstchen berichteten die Beschäftigten vor diesem Hintergrund über die Gespräche, die mit ihnen geführt wurden. Bei diesem Austausch wurde wieder einmal deutlich: Die Informationen der Beschäftigten aus den einzelnen Abteilungen sind im besten Falle unterschiedlich. Gerüchte, Ängste und Sorgen um die Situation des Standorts mit fast 3.800 Beschäftigten bestimmen vielfach das Arbeitsklima.

Fördern statt bremsen

"Eine Stärke des Standorts Huttenstraße ist die bestehende Fertigungstiefe und das Zusammenwirken von Entwicklung, Produktion und Service. Hier arbeiten Menschen mit unterschiedlichsten Ausbildungen und langjährigen Erfahrungen. Neue Innovationen brauchen gerade diesen Mix", fasste Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, zusammen. Und weiter: "Wir fordern die Betriebsleitung auf, die vorhandene Wertschöpfungstiefe zu erhalten und auszubauen, statt mit der aktuellen Personalpolitik auf die Innovationsbremse zu treten."

Für Anfang Mai hat CEO Joe Kaeser eine neue Unternehmensausrichtung angekündigt. Nach den bisherigen Erfahrungen sind Befürchtungen, das mit einem sogenannten "Transformationsprogramm PG 2020" vor allem Kosteneinsparungen und Personalabbau voran getrieben werden, keineswegs unbegründet. Peter Haufe fasst die Stimmung vieler Beschäftigter zusammen: "Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten gut. Doch jetzt ist es an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und für unsere Arbeitsplätze zu kämpfen."