Siemens Dialog
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29.05.2020, 18:05 Uhr

2. Quartal solide trotz Krise

Solide Zahlen, weitere Börsenpläne

  • 08.05.2020
  • Allgemein, Konzern

Siemens hat am 8. Mai von der Corona-Krise nur undramatisch beeinträchtigte Zahlen für das 2. Quartal vorgelegt. Aus Arbeitnehmersicht bemerkenswert sind Pläne, Flender in einer erweiterten Aufstellung per Spin Off an die Börse zu bringen - die Portfoliofokussierung wird unbeirrt weiter vorangetrieben.

Selbstbewusste Kernaussage der Erläuterungen zum 2. Quartal.

Ein "robustes Quartal" trotz "komplizierter Umfeldbedingungen" verkündete CEO Joe Kaeser zufrieden - die Börse honorierte die Nachricht mit einem starken Kursplus. Tatsächlich gingen Umsatz und Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr nur im einstelligen Bereich und damit nicht alarmierend zurück. Der Gewinn nach Steuern hingegen sank im Vergleich zu 2019 erheblich auf 0,7 Milliarden Euro, was jedoch überwiegend auf vorhersehbare Einflüsse zurückzuführen ist und nur zu einem eher geringen Teil auf die Corona-Krise.

Dennoch blickt natürlich auch Siemens mit Sorgen auf die kommenden Monate, erwartet eine Zunahme negativer Einflüsse durch die Krise und kassiert daher seine ursprüngliche Prognose für das Gesamtjahr. Ausdrücklich bestätigt wird hingegen trotz etlicher anderslautender Spekulationen in den Medien der Zeitplan der Abspaltung von Siemens Energy.

Parallel zu diesem Prozess kommen weitere Portfoliopläne auf den Tisch: Flender soll durch die Integration der Wind Energy Generation ergänzt auf den Weg zu einem Börsengang per Spin Off gebracht werden. In Deutschland betrifft dies insgesamt rund 3.500 Beschäftigte.

Die Arbeitgeberseite hat diesem Konzept insgesamt nach sorgfältiger Analyse und intensiver Diskussion zugestimmt. Zwingende Voraussetzung sind allerdings Rahmenbedingungen, die jede Benachteiligung der betroffenen Beschäftigten zuverlässig ausschließen und zwischen Gesamtbetriebsratsspitze und IG Metall auf einerseits und Firmenseite andererseits vereinbart wurden.

Grundsätzlich bleiben dennoch Vorbehalte gegenüber Konsequenz, mit der der Vorstand die Fokussierung vorantreibt. Die aktuelle Krise rückt erneut die Frage in den Vordergrund, ob nicht die größere Stabilität einer breiten Aufstellung den potenziellen Verlust einiger Prozentpunkte in der Marge aufwiegen.

Mit Blick auf die Pläne für Flender gesellen sich dazu Bedenken hinsichtlich des gewählten Zeitpunktes der Entscheidung, der angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen nicht eben günstig gewählt ist. Den weiteren Prozess, der sich voraussichtlich bis weit ins Jahr 2021 hineinziehen wird, werden IG Metall und Betriebsräte umso aufmerksamer und kritischer begleiten.

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