Siemens Dialog
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27.05.2024, 18:05 Uhr

Nokia Networks: unendliche Geschichte

  • 14.06.2016
  • Allgemein

Im Sommer 2013 zog sich Siemens vollends aus dem Joint Venture mit Nokia zurück, in das seine Netzwerksparte eingegangen war. Zu diesem Zeitpunkt hatte im früheren Com-Bereich bereits ein Stellenabbau den anderen gejagt - seitdem hat der Druck nie wirklich nachgelassen.

Trotz des zeitlichen Abstands dürfte neben der Solidarität für ehemalige Siemensianer_innen auch für bei Siemens verbliebene Kolleg_innen immer noch interessant sein, wie es bei früheren Siemens-Spin Offs leider allzu oft langfristig weitergeht. Zum ersten und härtesten Schlag auf die deutschen Standorte holte das Management im Jahr 2012 noch aus, während Siemens mit im Boot war - nur der unnachgiebige gemeinsame Widerstand aller damaligen NSN-Standorte bundesweit hinderte Nokia schon damals an einer radikalen Schrumpfkur. Das schlimmste wurde verhindert, der stetige Aderlass hörte jedoch wie zu erwarten nie ganz auf.

Im finnischen Nokia-Hauptquartier führt seit 2014 Rajeev Suri die Geschäfte, der zuvor als NSN-CEO letztlich für die zahlreichen Abbaumaßnahmen im Zuge der endlosen Restrukturierungsreihe verantwortlich zeichnete. Von daher schließt sich aus Sicht der ehemaligen Siemens-Beschäftigten die Abwärtsspirale - was Suri 2009 als CEO der damaligen Nokia Siemens Networks begann, führt er auch heute als Nokia -Chef konsequent weiter.

Lieber Rajeev Suri

... so beginnt ein Brief, mit dem sich Berliner Nokia-Beschäftigte Anfang Juni an ihn gewendet haben. Darin stellen sie die Risiken des geplanten Kahlschlags in Berlin für das ganze Unternehmen dar - unabhängig von den Folgen für die Betroffenen selbst: "Von den persönlichen Nachteilen für die betroffenen Mitarbeiter und Zulieferer abgesehen, betrachten wir die bereits getroffene Entscheidung hinsichtlich der Schließung des Standorts Berlin als falsch und riskant im Interesse des Unternehmens". Es folgt eine detaillierte tabellarische Aufstellung der zu erwartenden Nachteile bei der Umsetzung großer Projekte für wichtige Kunden (Download als PDF siehe Nokia-Brief_Rajeev-Suri.pdf).

Parallel laufen etliche weitere Anstrengungen von IG Metall, Betriebsräten und Beschäftigten, um die drohende Schließung abzuwenden. Eine <link https: www.facebook.com nokiadisconnecting _blank>»Facebook-Seite bietet zeitnahe Informationen zu aktuellen Entwicklungen und dient als Forum für den Austausch; außerdem ist jede/r eingeladen, sich noch bis Ende Oktober an einer <link https: www.openpetition.de petition online nokia-unterstuetzung-gegen-abbau-von-arbeitsplaetzen-in-berlin _blank>»Online-Petition gegen die den Stellenabbau zu beteiligen.