Siemens Dialog
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20.06.2024, 03:06 Uhr

"Anker der Weltwirtschaft"

  • 09.12.2009
  • Allgemein

Sieben Prozent konnte Siemens im abgelaufenen Geschäftsjahr beim Absatz in China zulegen. Damit blieb man zwar unter den eigenen Erwartungen, aber immer noch deutlich über dem Wachstum in Europa und den USA. In diesem Sinne betont Peter Löscher: "Der Geschäftsschwerpunkt wird sich insgesamt von den USA und Europa nach Asien verschieben."

Die aufstrebenden BRIC-Staaten, erklärte Löscher auf der Bilanzpressekonferenz, seien besonders angesichts des "schwierigen Umfelds" in den westlichen Industrieländern die "treibenden Wachstumskräfte" schlechthin. Das Hauptaugenmerk liegt derzeit unverkennbar auf China: "In der globalen Rezession ist China ein Anker der Weltwirtschaft, indem Politikmaßnahmen schnell umgesetzt und massiv in nachhaltige Infrastruktur investiert wird."

Den praktischen Beleg lieferte der Vorstandsvorsitzende gleich darauf als Begleitung des neuen Wirtschaftsministers Rainer Brüderle, der dem "Anker der Weltwirtschaft" seinen Antrittsbesuch abstattete: Eine Reihe von Verträgen und Kooperationsabkommen im Volumen von umgerechnet 197 Millionen Euro kamen unter Dach und Fach. Betroffen sind Betrieb und Wartung eines neuen Flughafenterminals in Peking, Systeme für den Nahverkehr sowie Investitionen unter anderem in den wachsenden Windenergiemarkt.

Dass man 2009 das Ziel verfehlte, doppelt so schnell wie die chinesische Wirtschaft zu wachsen, begründete China-Chef Richard Hausmann mit Überkapazitäten im Land. Für das laufende Geschäftsjahr jedoch setzt er weiter auf doppeltes Tempo, wenngleich er weiß: "Es wird schwierig werden." Löscher gibt sich dennoch enthusiastisch. China sei eine "strategische Stütze" und ein "extrem wichtiger Wachstumsmarkt" für Siemens, so dass für ihn fest steht: "Der Geschäftsschwerpunkt wird sich insgesamt von den USA und Europa nach Asien verschieben - und China wird eine große Rolle spielen."