Siemens Dialog
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25.05.2020, 05:05 Uhr

Bad Neustadt: nachhaltige Konzernstrategie gefordert

  • 28.02.2014
  • Operativ

Bei der Betriebsversammlung von Siemens Bad Neustadt konnte der Betriebsratsvorsitzende eine insgesamt positive Bilanz ziehen: "Dass hier immer noch so viele Menschen arbeiten und es sogar noch mehr werden ist beachtlich." Mit Blick auf eventuelle Veränderungen fordern Betriebsrat und IG Metall vor allem eine langfristige Perspektive für Standort und Konzern.

Übernahme aus Befristungen

Die Betriebsleitung berichtete vergangenen Montag in der Neustädter Stadthalle von einer positiven Auftragslage und Gesamtentwicklung beim größten Arbeitgeber am Ort. Der Betriebsratsvorsitzende Bernhard Omert konnte die erfreuliche Nachricht verkünden, dass trotz des geltenden Interessenausgleiches erstmals wieder Beschäftigte aus befristeten in unbefristete Anstellungen übernommen werden - das hätte auf dem Höhepunkt der Krise vor vier Jahren wohl niemand erwartet.

Risiken und Nebenwirkungen ...

Weniger erfreulich stellte die Geschäftsführung allerdings die Gesamtlage bei Siemens dar, aufgrund derer Joe Kaeser für Mai ein neues Konzept des  Konzerns angekündigt hat. Thomas Höhn, Betriebsbetreuer der Schweinfurter IG Metall, warnte mit Blick auf das auch durch den damaligen CFO Kaeser mitverantwortete Programm "Siemens 2014" vor den Risiken überzogener Profiterwartungen: "Siemens streicht ordentlich Gewinne ein. Die vom Vorstand ausgegebenen Umsatzrenditeziele von zwölf Prozent sind nur durch Sparprogramme und massive Produktivitätssteigerung zu erreichen. Beides kann sich langfristig äußerst negativ auf den Standort Bad Neustadt auswirken."

... überzogener Profitorientierung

Eine Gefahr sieht Höhn auch in der Vernachlässigung von zukunftsorientierten Projekten zugunsten kurzfristiger Gewinne: "Die meisten Neuentwicklungen und Innovationsprojekte verursachen zu Beginn Kosten und schmälern somit die Renditen. Würden solche Projekte eingestampft, weil Vorstände willkürlich gesetzte Margenziele erreichen müssen, ist das für die langfristige Ausrichtung eines Unternehmens und somit für die Beschäftigten gefährlich." Vor Ort könnte eine zu starke Fokussierung auf Produktivitätssteigerung zudem zu immenser Arbeitsverdichtung führen und schlimmstenfalls die Qualität der Produkte leiden. Das Fazit in Bad Neustadt: "Die ganze Region hat sich erfolgreich für ein Zukunftskonzept eingesetzt. Wir müssen wachsam bleiben, dass der Siemenskonzern den Weg nicht wieder verlässt und die Fortschritte in Sachen Elektromobilität in der Region damit zunichte gemacht werden."

Mensch vor Marge

Damit ist der Bogen zu "Siemens 2020" geschlagen, dem Gegenmodell der Arbeitnehmerseite. Unter dessen Motto "Mensch vor Marge" fordern Betriebsrat und IG Metall auch in Bad Neustadt die eine langfristig tragfähige Zukunftsperspektive. Gesamtbetriebsratsmitglied Oliver Mauer fasste zusammen, was das für Bad Neustadt heißen sollte: "Ein großer, moderner und innovativer Standort Bad Neustadt. Mit fairen Arbeitsbedingungen, einem respektvollem Arbeitsklima und mit sicheren Arbeitsplätzen."

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