Siemens Dialog
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17.07.2024, 12:07 Uhr

Ganz vorne in Afrika

  • 14.07.2010
  • Allgemein

... will Siemens in fünf Jahren sein. Das Ziel ist ambitioniert, denn bislang spielt der Kontinent mit unter einer Milliarde Euro Auftragsvolumen pro Jahr eher eine Nebenrolle im Geschäft. Eine Millioneninvestition in den Vertrieb soll das ändern, wobei man hohe Erwartungen in den riesigen Nachholbedarf an Infrastruktur für Energie, Wasser und Gesundheitswesen setzt.

Prima Klima: Peter Löscher und Buyelwa Sonjica,<br>Südafrikas Ministerin für Wasser und Umwelt<br>(zum Vergrößern anklicken, Bild: Siemens)

Grüner Pionier

Während die deutsche Nationalelf sich auf den Kampf um den dritten Platz vorbereitete, stellte CEO Peter Löscher am 9. Juli in Johannesburg dar, wie Siemens nach 150 Jahren Präsenz in Afrika dort an die Spitze kommen will: "In Afrika eröffnen sich Siemens unzählige Wachstumsmöglichkeiten. Als grüner Infrastruktur-Pionier ist Siemens ein natürlicher Partner für die Lösung großer Herausforderungen auf dem Kontinent. Vor allem die erneuerbaren Energien haben in Afrika ein riesiges Potenzial."

Siemens erwartet noch in diesem Jahr erste Ankündigungen großer Wind- und Solarprojekte. Laut <link http: www.siemens.com press de pressemitteilungen _blank external-link-new-window>undefinedPressemitteilung wolle zum Beispiel Marokko neun und Tunesien immerhin zwei Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energieerzeugung investieren. Der infrastrukturelle Aufholbedarf ist praktisch auf dem ganzen Kontinent enorm: Jeder zweite Afrikaner habe keinen Stromanschluss, jeder dritte keinen direkten Zugang zu Trinkwasser.

Aus BRIC mach' BRIC-A?

Siemens will beim Aufholen mit seiner Kompetenz in Energie und Wasser eine gewichtige Rolle spielen und dabei "verstärkt Partnerschaften mit afrikanischen Unternehmen und Institutionen eingehen", erklärte Löscher. Das selbe gilt für das Gesundheitswesen, wo man den Einstieg in Public Private Partnerships etwa für den Bau von Krankenhäusern vorbereitet, die "durchaus Volumen von mehreren hundert Millionen Euro erreichen". Afrika-Chef Dirk Hoke räumte ein, man habe die Chancen hier lange vernachlässigt, arbeite aber nun daran, einen Ausgleich zu den BRIC-Staaten herzustellen. Die werden deshalb freilich nicht etwa vernachlässigt: Löscher ist ab Mittwoch im Gefolge der Bundeskanzlerin bei einer Reise nach Russland, Kasachstan und China dabei, in deren Vorfeld die Börse bereits auf den Abschluss profitabler Verträge hofft.

Natürlich SMART

Angesichts der wirtschaftlichen Situation der meisten afrikanischen Länder liegt auf der Hand, dass SMART-Produkte beim Erschließen der Märkte dort eine Schlüsselfunktion einnehmen sollen. Siemens spricht vom Erschließen "zusätzlicher Geschäftsfelder [...] mit der Einführung von Produkten im mittleren Preissegment, die speziell für Schwellenländer entwickelt wurden" - tatsächlich dürfte es sich wohl um mehr als nur einige zusätzliche Geschäfte handeln.

Auftragseingang x 3, Marktanteil x 2

Der "Cluster" Afrika enthält bislang über 50 Länder mit rund 3.000 Beschäftigten. Innerhalb von gut zwei Jahren sollen dort die Auftragseingänge sich auf drei Milliarden Euro verdreifachen. Der Markt soll bis 2012 auf jährlich rund 30 Milliarden Euro zulegen, Siemens' Anteil daran sich auf zehn Prozent verdoppeln. Hoke gibt sich selbstsicher:"In fünf Jahren sehen wir uns als Marktführer in Afrika."