Siemens Dialog
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31.03.2020, 22:03 Uhr

Noch eine Baustelle bei Industry

  • 30.04.2010
  • Operativ

Während Siemens sich anschickte, seine Ergebnisprognose zu erhöhen und Tausende Beschäftigte gegen die Abbaupläne demonstrierten, ist in Baden-Württemberg bereits der nächste Konfliktherd entstanden: Beim früheren Flender-Betrieb Siemens Geared Motors in Reutlingen sollen gut 200 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen.

Einschneidende Pläne

In einer Informationsveranstaltung am 27. April informierte die Geschäftsführung die Belegschaft der beiden Standorte Tübingen und Reutlingen über ihre einschneidenden Pläne für ihre weitere Zukunft. Der Standort Tübingen soll erhalten sowie mit über 40 Millionen Euro an Investitionen bis zum Jahr 2015 weiter gestärkt werden. Am erst 2007 eröffneten Produktionsstandort Reutlingen hingegen, rund 15 Kilometer entfernt, sollen die Lichter ausgehen.

Ein Siemens-Sprecher begründete die Schließungspläne für Reutlingen, die Nachfrage für die dort produzierten sogenannten Schneckengetriebe, die beispielsweise in Rolltreppen, Aufzügen und Schleusentoren verwendet werden, sei stark zurückgegangen.

Die Umsetzung dieses Planes würde für insgesamt 206 der rund 650 Arbeitsplätze das Aus bedeuten, also den Verlust beinah jeder dritten der heute besetzten Stellen. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass Siemens erklärte, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen.

"Personalabbau in dieser Größenordnung katastrophal"

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Reutlingen-Tübingen, Gert Bauer, erklärte in einer ersten undefinedStellungnahme: "Wir begrüßen es ausdrücklich, dass Siemens zum Standort Tübingen stehen und dort auch beträchtliche Summen investieren will. Einen Personalabbau in dieser Größenordnung halten wir allerdings für katastrophal - für jeden Einzelnen der Betroffenen, sowie für die Funktionsfähigkeit der Fabrik."

Die IG Metall geht daher davon aus, dass die Auseinandersetzung um die Arbeitsplätze jetzt erst beginnen wird. Gemeinsam mit dem Betriebsrat will sie alles dafür tun, so viele Arbeitsplätze wie möglich in der Region zu erhalten.

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