Siemens Dialog
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21.05.2024, 18:05 Uhr

Standort D stärken

  • 06.04.2016
  • Allgemein

Unter diesem Leitmotiv und dem Motto "Zusammenarbeiten - zusammenhalten" fand am 3. und 4. April in München die Siemens-Zukunftstagung der IG Metall statt. Der Name war Programm: Über 160 Betriebsräte, Vertrauensleute und Hauptamtliche der IG Metall diskutierten intensiv die aktuelle Situation im Unternehmen und stimmten die Positionierung der Arbeitnehmerseite miteinander ab.

Über 160 im Münchner Leonardo-Hotel.

Auftakt: Siemens Team-Leiter Reinhard Hahn.

Lebhafte Podiumsdiskussionen.

Praxisnahe Beiträge aus dem Plenum.

Genug ist genug

Es gab einiges zu bearbeiten für die Teilnehmer_innen aus Siemens-Standorten von der Nord- bis zum Bodensee. Von der so oft versprochenen Ruhe im Unternehmen ist bekanntlich nach wie vor nichts zu spüren, statt dessen jagt eine Restrukturierung die andere - begleitet von Stellenabbau, versteht sich. Nicht erst angesichts des jüngsten Beispiels PD ist bei örtlichen Betriebsräten, Gesamtbetriebsrat und IG Metall einhellig die selbe Reaktion eingetreten: Es reicht!

Deutschlandstrategie Fehlanzeige

Die immer wieder fast gleichlautenden Begründungen - Marktentwicklung, Preisverfall, Wettbewerb und andere Schlagworte aus dem Repertoire von McKinsey & Co - können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein nachhaltiges und in die Zukunft gerichtetes Konzept kaum auszumachen ist. Marktentwicklungen passieren nicht von heute auf morgen, schwankende Preise etwa bei Öl und Gas gibt es seit Jahrzehnten, und dem globalen Wettbewerb hat sich Siemens schon immer erfolgreich gestellt.

Natürlich braucht es dazu den Willen, über die nächste Analystenkonferenz hinaus zu blicken. Die Teilnehmer_innen der Tagung machten deutlich, dass sie diesen Willen von Siemens' Vorstand erwarten und einfordern. In in Vorträgen und Podiumsdiskussionen wurden unternehmensweite Rahmenbedingungen dafür dargestellt und erörtert, Beiträge aus dem Plenum und drei Arbeitsforen ergänzten diese Grundlage um konkrete Beispiele aus den Betrieben.

Bröckelnde Basis

Eine zentrale Kritik an der Firmenseite kristallisierte sich dabei unübersehbar heraus: Die seit langem ohne Ergebnis geforderte Deutschlandstrategie ersetzt der Vorstand offenbar durch eine anhaltende Schwächung der Wertschöpfungskette im Heimatmarkt. Akut wird dies vor allem an der Produktion deutlich, die mittelbaren Folgen für sämtliche Bereiche von der Entwicklung bis zum Service liegen jedoch auf der Hand. Siemens' traditionellen Stärken, von der Spitzentechnologie über konkurrenzlose Qualität bis zur Zuverlässigkeit bei Lieferung und Service, droht schrittweise der Boden entzogen zu werden - der Begriff "De-Industrialisierung" steht im Raum.

Arbeitnehmerseite hält dagegen

Betriebsräte, Gesamtbetriebsrat und IG Metall, das machte die Zukunftstagung einmal mehr deutlich, werden sich dieser riskanten Entwicklung zusammen entgegenstellen, auf zentralen Handlungsfeldern und mit Blick auf die fünf Hebel der Arbeitnehmerperspektive Siemens 2020: Erhalt von Wertschöpfungstiefe und Kompetenzen, Bereiche und Geschäftsfelder übergreifende Aktivitäten, Orientierung an gesellschaftlichen Zukunftsfeldern, attraktive Arbeitsbedingungen und eine neue Unternehmenskultur.

Standort D stärken

Die Fülle von Themen und Diskussionen der Tagung komprimiert eine am Ende des zweiten Tages verabschiedete Resolution (Download als PDF im Kasten rechts oben). Sie betont die entscheidenden Bedeutung einer starken industriellen Basis von Siemens in Deutschland und fordert unter anderem mit Blick auf PD, die geplante Verlagerung zu stoppen und statt dessen gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite nach Möglichkeiten einer nachhaltigen Produktion an den betroffenen Standorten zu suchen.


» über 40 Fotos von der Tagung gibt es auf unserer <link https: www.facebook.com igmetall.siemensdialog _blank>Facebook-Seite