Siemens Dialog
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20.06.2024, 04:06 Uhr

Angriff auf dem Heimatmarkt

  • 14.09.2011
  • Allgemein

Siemens' Hauptwettbewerber General Electric gibt sich demonstrativ kämpferisch: Mit umfangreichen Investitionen, neuen MitarbeiterInnen und einer Image-Kampagne will man einen "Technologiekrieg" in Deutschland führen und den Umsatz innerhalb einiger Jahre verdoppeln, wie Landeschef Beccalli-Falco ankündigte.

(Bild: GE)

Kriegserklärung an Siemens?

Für das ehrgeizige Ziel, in den nächsten vier bis fünf Jahren den Umsatz in Deutschland zu verdoppeln, erklärte Ferdinando Beccalli-Falco, will man vor allem von der Energiewende profitieren- also dort, wo Siemens bereits hervorragend positioniert ist. Einfach dürfte das folglich kaum werden, aber Beccalli-Falco kündigt so aggressiv wie medienwirksam an: "Wir werden einen Technologiekrieg führen."

Personalaufbau und Investitionen

Als "Waffen" in dieser Auseinandersetzung sollen eine bei GE unübliche, von der US-Mutter unabhängige Struktur sowie zweistellig Millioneninvestitionen in den nächsten 15 Monaten dienen. Einiges fließt dabei in den Personalbereich: 400 bis 500 neue Stellen kündigt Beccalli-Falco an, bisher beschäftigt GE hierzulande etwa 7.000 Menschen. Allein die Menge der Ingenieure in Forschung und Entwicklung soll sich bald verdoppeln, außerdem will man demnächst den Standort für ein neues Innovationszentrum bekannt geben. Zu guter Letzt sind Zukäufe unter anderem für die Medizinsparte und den Finanzdienstleister GE Capital beabsichtigt.

Schlüsselrolle in Europa

Interessant ist, warum GE sein Engagement ausgrechnet in Deutschland so stark steigern will. "Deutschland ist schon immer Antrieb und Lokomotive der europäischen Wirtschaft", erklärt Beccalli-Falco, und: "Wer nicht stark in Deutschland vertreten ist, der wird ernsthafte Schwierigkeiten haben, in Europa zu wachsen."