Siemens Dialog
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02.12.2022, 17:12 Uhr

Frankenthal: Eigentümerkultur sieht anders aus!

  • 03.11.2015
  • Operativ

Mit einer weiteren Protestkundgebung am 29. Oktober haben sich über 400 Beschäftigte der Frankenthaler Siemens Turbomachinery Equipment gegen die aktuelle Hinhaltetaktik des Managements gewandt und ihre Forderung nach Erhalt der Arbeitsplätze unterstrichen.

Solidarität anderer Standorte

Neben den Betrieben PFW, BorgWarner, Sensus, Halberg und KBA aus der Region beteiligte sich auch der Siemens-Verbindungskreis Südwest an der Kundgebung. Sein Sprecher Dietmar Kuttner sicherte die volle solidarische Unterstützung des Verbindungskreises zu und stellte sich nachdrücklich gegen die Pläne, den Bereich Dampfturbine nach Brno zu verlagern und 210 Arbeitsplätze abzubauen.

Der Betriebsratsvorsitzende des von Siemens Karlsruhe, Stephan Keiber, erklärte, die Pläne des Konzerns hätten nichts mit der Eigentümerkultur zu tun, die von Joe Kaeser so oft eingefordert wird: "Hier soll ein Familienmitglied verstoßen werden, obwohl es gerade einmal einen Schnupfen hat. So geht man nicht mit Familienmitgliedern um!"

Spannungen in Frankenthal

Harsche Kritik äußerte auch der Frankenthaler Betriebsratsvorsitzende Hilmar Feisthammel. Auf der Firmen-Intranetseite erhält man zurzeit bei einer Suchanfrage nur Links zum zweiten Bereich des Standortes, der Verdichtersparte: "Als ob wir schon keine Turbinen mehr fertigen würden. Zufall oder Absicht? Wir werden es auf jeden Fall von unserer Rechtsberatung klären lassen, inwiefern wir dagegen vorgehen können."

Ein erstes Sondierungsgespräch zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ist für den fünften November angesetzt. Für weitere Spannungen sorgt im Vorfeld, dass nach den Wünschen des Managements die IG Metall dabei nicht vertreten sein soll. Dieses Bestreben ist nicht eben zielführend im Sinne einer zügigen Behandlung der gesamten Angelegenheit. Außerdem steht es auch nicht im Einklang mit §2 Betriebsverfassungsgesetz, der die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Arbeitgeber und Betriebsrat mit den im Betrieb vertretenen Gewerkschaften zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs vorsieht.

Management ohne Strategie?

Die Kritik des Betriebsrates fasst seine Sicht der aktuellen Situation zusammen: "Unter vertrauensvoller Zusammenarbeit verstehen wir etwas anderes, als die Vertreter der IG Metall von den Gesprächen fern halten zu wollen. Wir sehen hier eine Hinhaltetaktik des Managements. Es drängt sich der Eindruck auf, dass eine inhaltliche Diskussion vermieden werden soll, unter Umständen weil es nicht ausreichend Fakten gibt, um die eine Verlagerung der Dampfturbine nach Brno zu rechtfertigen. Bei einer Informationsveranstaltung im Servicebereich wurde in der letzten Woche von der Segmentleitung der Dampfturbinen und der Verdichter bestätigt, dass die Planungen für Frankenthal aus dem Neugeschäft kommen. Im Service muss jetzt im Grunde Schadensbegrenzung betrieben werden, um den Ertrag zu sichern. Von einer wirklichen Planung im Konzern kann hier nicht die Rede sein. Insgesamt ist seitens des Managements keine abgestimmte und zielführende Strategie erkennbar. Wir befürchten, dass das Management überhaupt keine Strategie hat!"

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