Siemens Dialog
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21.05.2024, 19:05 Uhr

Frankenthal marschiert weiter

  • 27.01.2016
  • Operativ

Bei Siemens Turbomachinery Equipment (STE) in Frankenthal kämpfen die Beschäftigten seit Monaten für ihren Standort. Jetzt zeichnet sich ab, dass die geplante Zerschlagung einer Gesamtlösung weichen könnte. Mit Unterstützung von IG Metall und regionaler Politik tritt die Belegschaft weiter öffentlich für den Erhalt des gesamten Betriebes ein.

Die Frankenthaler STE-Beschäftigten lassen nicht nach.

Am Donnerstag, den 21. Januar, rief die IG Metall zur mittlerweile vierten Kundgebung bei der STE Frankenthal auf. Hier der Bericht des Betriebsrates:

Die Beteiligung war erneut überwältigend und zeigte, dass die Mitarbeiter weiterhin bereit sind, für ihre Arbeitsplätze und den Standort Frankenthal zu kämpfen! Mehr als 500 Beschäftigte von STE sowie Betrieben aus der Region beteiligten sich am Protestzug vom Werkstor durch die Innenstadt bis zum Rathausplatz.

Parteiübergreifende Unterstützung

Dort sprachen seitens der Politik David Langner von der Staatskanzlei, Oberbürgermeister Martin Hebich sowie die Landtagsabgeordneten Martin Haller und Christian Baldauf. Sie sicherten parteiübergreifende Unterstützung zu und versprachen, auch den direkten Kontakt zum Vorstand in München zu suchen. Danach kam Katinka Poensgen aus dem Siemens Team der IG Metall zu Wort und betonte, dass sich der Widerstand lohnt und dass der Schritt in die Öffentlichkeit richtig ist. Es gibt genug Beispiele die zeigen, dass die Konzernplanung mit entsprechenden Aktionen durchaus noch beeinflusst werden kann.

Im Rahmen der Fortführung der Betriebsversammlung vom 10. Dezember 2015 wurden den STE-Mitarbeitern am 20. Januar die Eckpunkte eines Zukunftssicherungskonzeptes für den Standort vorgestellt. Entwickelt wurde dieses Konzept in enger Zusammenarbeit zwischen der TBS (Technologieberatungsgesellschaft Rheinland-Pfalz), der IG Metall, dem lokalen Betriebsrat sowie fach- und sachkundigen Mitarbeitern.

Standort als Einheit

Dabei wurden zwei Alternativlösungen erarbeitet. Ein verbindendes Element ist der Standortgedanke - der Standort muss als eine Einheit betrachtet werden und darf nicht in verschiedene Geschäftsbereiche auseinander dividiert werden. Die erste Lösung sieht entsprechend einen Gesamtverkauf des Standortes mit allen Produkten und Bereichen vor; sie wird momentan von der Mehrheit der Belegschaft favorisiert. Die zweite Lösung sieht den Verbleib im Siemens Konzern mit allen Produkten und Bereichen vor. Dabei ist auch die Zuordnung zu einer anderen Division denkbar, da der Standort Frankenthal offensichtlich nicht zur Politik von DresserRand passt.

Dieses Konzept wurde am Tag zuvor bereits dem Verhandlungsteam des Arbeitgebers vorgestellt. Nach Klärung offener Fragen sicherte das Team die Prüfung aller Lösungsvorschläge zu. Fazit: Wir hoffen, dass unsere Vorschläge ernsthaft geprüft werden, weil wir nur so eine Zukunft für den Standort sehen.