Siemens Dialog
https://www.dialog-igmetall.de/nachrichten/arbeitszeitverkuerzung-sichert-arbeitsplaetze
14.06.2024, 23:06 Uhr

Arbeitszeitverkürzung sichert Arbeitsplätze

  • 09.02.2010
  • Allgemein

Unauffällig und beinahe selbstverständlich setzt sich im Zuge der Krise eine Erkenntnis durch, die Industrie- und Arbeitgeberverbände lange erbittert bestritten: Arbeitszeitverkürzung sichert Arbeitsplätze. Neuester Beleg ist eine Statistik des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, nach der flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit im Jahr 2009 1,2 Millionen Stellen erhielten.

Jahresarbeitszeit: minus 3,2 Prozent

Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (<link http: www.iab.de de informationsservice presse presseinformationen az09.aspx _blank external-link-new-window>IABIAB der Bundesanstalt für Arbeit am 2. Februar berichtete, sank 2009 die durchschnittliche Jahresarbeitszeit um 43,5 Stunden beziehungsweise 3,2 Prozent, und zwar vor allem durch Kurzarbeit und den Abbau der Guthaben auf den Arbeitszeitkonten: "Dieser Rückgang entspricht rechnerisch rund 1,2 Millionen Jobs, die gesichert wurden", erklären die Arbeitsmarktforscher.

Arbeitszeitkonten und Überstunden geschrumpft

Die Zahl der Kurzarbeiter, bei denen durchschnittlich gut ein Drittel der normalen Arbeitszeit ausfiel, lag aufs Jahr gerechnet über einer Million. Auf alle Arbeitnehmer umgerechnet enspricht dies jährlich 15,5 Arbeitsstunden - im Vorjahr 2008 waren es gerade einmal 1,8. Der Stand der Arbeitszeitkonten sank im Jahresverlauf um 9,3 Stunden pro Arbeitnehmer, gleichzeitig gingen die bezahlten Überstunden pro Beschäftigtem um 13 zurück.

Rückgang verlangsamt

Krisenbedingte Verkürzungen und der Anstieg von Teilzeitarbeit drückten außerdem die normale Wochenarbeitszeit erstmals seit zwei Jahren wieder nach unten. Insgesamt verlangsamte sich der Rückgang des Arbeitszeitvolumens allerdings bereits im zweiten Halbjahr erkennbar, so die Forscher: "Die Möglichkeit der Betriebe, über flexible Arbeitszeiten die Unterauslastung ihrer Mitarbeiter auszugleichen, ist inzwischen weitgehend ausgeschöpft."