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30.05.2024, 02:05 Uhr

Ausbildung, Abschluss, Arbeitsamt?

  • 14.05.2009
  • Jugend

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zeigt bedenkliche Aspekte der Ausbildung in Deutschland auf: Fast jeder fünfte Absolvent gerät nach der Ausbildung zuerst einmal in die Arbeitslosigkeit, nur zwei Drittel werden vom Ausbildungsbetrieb übernommen - und das gilt für wirtschaftlich relativ stabile Zeiten.

Wie das <link http: www.iab.de de informationsservice presse presseinformationen kb1009.aspx _blank external-link-new-window>undefinedIAB am Dienstag mitteilte, wurden in den vergangenen 15 Jahren sogar bis zu 22 Prozent nach der Ausbildung arbeitslos, wenn die Konjunktur gerade eine kritische Phase durchlief. Während die zunächst arbeitslosen Ausbildungsabsolventen in der Regel innerhalb von drei Monaten den Berufseinstieg bei einem anderen Arbeitgeber schafften, dehnte sich die Durststrecke in wirtschaftlich angespannten Zeiten auf vier und mehr Monate aus. Für 2009 stehen mindestens ebenso harte Umstände zu erwarten - ein Grund mehr, die "<link http: operationuebernahme.de _blank external-link-new-window>undefinedOperation Übernahme" zu unterstützen, mit der die IG Metall-Jugend für die Übernahme von Azubis nach Ausbidlungsabschluss kämpft.

Schlechter Start ins Berufsleben

Mit längerer Arbeitslosigkeit wird es darüber hinaus zunehmend schwierig, eine Stelle im erlernten Beruf zu finden. Rund die Hälfte der Betroffenen, die erst nach mindestens viermonatiger Arbeitslosigkeit einen Arbeitsplatz fanden, wechselte dabei den Beruf. Ein weiterer Nachteil für den Start ins Berufsleben: Wer nach der Ausbildung erst einmal arbeitslos wurde, verdiente bei der ersten Stelle durchschnittlich rund 20 Prozent weniger als die von ihren Ausbildungsbetrieben übernommenen Absolventen - unter dem Strich - nicht eben ein Ruhmesblatt für das Ausbildungssystem.

Krise verschärft Situation

Zusätzlich negativ schlägt die Tatsache zu Buche, dass die Studie des IAB noch keine Einflüsse der heutigen Wirtschaftskrise berücksichtigt. Im Jahr 2008 hat sich der Ausbildungsmarkt bekanntlich deutlich entspannt, ein Effekt, der 2009 mit Sicherheit drastisch ins Gegenteil umschlagen wird. Das IAB etwa rechnet für 2009 mit einem erheblichen Rückgang des Angebots von Ausbildungsplätzen.

An erster Stelle der Leidtragenden werden diejenigen stehen, die selbst in Zeiten des konjunkturellen Aufschwungs benachteiligt sind. Leistungsschwächere Jugendliche erhielten selbst 2008 häufig keine Lehrstelle. Das IAB fasst knapp zusammen: "Grundsätzlich ist das Duale System noch immer in der Lage, auch gering qualifizierte Schulabgänger in den Ausbildungsmarkt zu integrieren. Dies gilt jedoch nur für Hauptschulabsolventen, nicht für Jugendliche ohne Schulabschluss.

Die <link http: doku.iab.de kurzber kb1009.pdf _blank external-link-new-window>undefinedIAB-Studie können Sie HIER als PDF herunterladen.