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15.04.2024, 18:04 Uhr

Interessenausgleich zu PG 2020

  • 29.09.2015
  • Operativ

Monatelange Verhandlungen, begleitet von zahlreichen Aktionen, haben zu einem Interessenausgleich für "PG 2020" geführt, den der Siemens-Gesamtbetriebsrat am 29. September angenommen hat. Die Eckpunkte: Der ursprünglich geplante Abbau von rund 1.700 Stellen wird um weit über die Hälfte reduziert und zeitlich gestreckt, im Gegenzug werden Kostensparmaßnahmen hingenommen.

Der bundesweite Aktionstag am 9. Juni stärkte die Verhandlungsposition der Arbeitnehmerseite ebenso wie die zahlreichen Einzelaktionen.

Alternativen zu Stellenabbau und Verlagerungen

Die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Birgit Steinborn fasst den Interessenausgleich zusammen: "Wir konnten erreichen, dass die Abbauzahlen auf 756 Stellen reduziert wurden und der zeitliche Rahmen von personellen Maßnahmen verschoben wurde. Um Beschäftigung zu sichern, mussten allerdings Kostensparmaßnahmen hingenommen werden, die das Einkommen und flexible Arbeitszeitmodelle der Beschäftigten betreffen. Ohne diesen Kompromiss wären wir nicht zu diesem Ergebnis gekommen. Wir konnten zeigen, dass es Alternativen zu Stellenabbau und Verlagerungen gibt, die nicht zu Lasten der Arbeitsplätze gehen und Standorte und Beschäftigung in Deutschland sichern."

Technologiekompetenz in Deutschland erhalten

Jürgen Kerner, Siemens-Aufsichtsratsmitglied und Hauptkassierer der IG Metall, bewertet den Interessenausgleich unter dem Strich ebenfalls positiv: "Es ist in schwierigen Verhandlungen gelungen, die ursprünglichen Abbaupläne der Firmenseite in der Größenordnung von rund 1.700 Stellen um weit über die Hälfte zu reduzieren. Viele der geplanten Verlagerungen werden nicht oder nur teilweise umgesetzt, womit wichtige Technologiekompetenz auch künftig in Deutschland erhalten bleibt. Zudem wird der überwiegende Teil der konkreten Abbaumaßnahmen erst in rund zwei Jahren greifen. Der Erfolg hat aber auch einen Preis: Zum einen werden trotz allem mittelfristig rund 750 Arbeitsplätze entfallen, zum anderen mussten wir Zugeständnisse machen, mit denen die Kosten in den betroffenen Bereichen und Betrieben gesenkt werden."

Beschäftigte im Rücken

Eine Grundlage für diesen Ausgang der Auseinandersetzung war die aktive Beteiligung der Beschäftigten in den betroffenen Betrieben, aber auch die Solidarität der nicht unmittelbar betroffenen Standorte - etwa beim bundesweiten Aktionstag im Juni. Der anhaltende Widerstand auf allen Ebenen stärkte den Arbeitnehmervertretern spürbar den Rücken, betonte Kerner: "Dieser Erfolg wurde nur durch das gemeinsame Vorgehen von Beschäftigten, Betriebsräten und IG Metall möglich. Die Arbeitnehmerseite hatte vor dem Hintergrund vieler Einzelaktionen an den Standorten und des bundesweiten Aktionstages eine starke Position in den Verhandlungen."