Siemens Dialog
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23.05.2022, 15:05 Uhr

"Siemens wird es auch nach 2014 geben ..."

  • 16.04.2013
  • Allgemein

"... und deshalb lassen wir uns jetzt nicht von Kurzfristoptimierungen leiten" - diese denkwürdige Aussage kommt nicht etwa aus der IG Metall oder der Interessenvertretung bei Siemens. Es ist CFO Joe Kaeser, der damit die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns unterstreicht - allerdings versteht er darunter offenbar auch die Maßnahmen von "Siemens 2014".

Dass Kaeser einen Sinneswandel vollzogen hat und sich künftig als Verfechter des Arbeitnehmeransatzes "Siemens 2020" profilieren will, ist seinen Aussagen im undefinedGespräch mit der "Rheinischen Post" zufolge also auch in Zukunft nicht anzunehmen.

Gedämpfte Erwartungen

Einhelligkeit mit Peter Löscher (siehe Noch nie so gut wie heute) herrscht bei der Einschätzung der Gesamtlage von Siemens. Auch Kaeser findet unter dem Strich: "Die meisten Dinge bei Siemens laufen hervorragend." Das schließt einige Baustellen nicht aus, etwa den Ausstieg aus der Solartechnik: "Zum Teil sind wir hier etwas überhastet in neue Marktanwendungen eingestiegen. Das kostet jetzt Geld."

Dasselbe gilt für "die aktuellen Herausforderungen bei der Bahntechnik und der Windanbindung", ein Effekt, der finanziell durch sinkende Nachfrage im kurzzyklischen Industriegeschäft verstärkt wird. Immerhin haben im zweiten Quartal, so Kaeser weiter, mehrere Großaufträge den Auftragseingang deutlich angehoben. Was all das für die Jahresprognose bedeutet, darüber will Siemens dennoch erst der Vorlage der Quartalszahlen sprechen.

Die Marge fest im Blick

Um "Siemens 2014" dreht sich alles bei der unvermeidlichen Frage nach der Marge. Mit insgesamt sechs Prozent habe man im Vergleich zum Wettbewerb "etwas Nachholbedarf" - schön gesagt, schließlich soll sie sich auf zwölf Prozent verdoppeln. So oder so lege man "besonderen Wert auf die Nachhaltigkeit in der Ertragskraft", betont der CFO, und deshalb gehe es bei "Siemens 2014" auch um die Stärkung der Kerngeschäfte. Dass dabei vor allem in Deutschland tausende Arbeitsplätze gestrichen, verkauft oder verlagert werden, davon lenkt Kaeser mit dem Hinweis auf den weltweiten Saldo ab: "Unter dem Strich wird Siemens in 2013 weltweit die Zahl seiner Mitarbeiter auf vergleichbarer Basis wohl halten bzw. sogar leicht ausbauen."

Der massive Abbau, dessen Ende obendrein bislang noch nicht abzusehen ist, wird mit differenzierenden Formulierungen verharmlost - von "manchen Bereichen und Regionen" ist die Rede, von "strukturbedingt", "Strukturänderungen" und "Strukturanpassungen". Wie der CEO hat auch Kaeser ein gutes Wort für die mit Gesamtbetriebsrat und IG Metall vereinbarte Standort- und Beschäftigungssicherung und betont in diesem Zusammenhang: "Gutes Management zeichnet sich nicht dadurch aus, dass es viele Stellen streicht, sondern dass es neue Geschäfte entwickelt." Unwillkürlich möchte man zustimmend rufen: "Na dann mal los!"


Das vollständige Interview, unter anderem mit einer ausführlichen Stellungnahme zur Energiewende in Deutschland, findet man auf den undefinedInternet-Seiten der "Rheinischen Post".

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