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14.06.2024, 23:06 Uhr

Gefährliche Schichtarbeit?

  • 29.12.2008
  • Allgemein

Wissenschaftler vermuten nach einer wachsenden Anzahl von Studien, dass Schichtarbeit mit Nachtanteilen ein weit höheres medizinisches Risiko birgt als bislang angenommen.

Dass Schichtarbeit eine hohe Belastung darstellt, ist allgemein bekannt. Die "<link http: www.faz.net s rub7f74ed2fdf2b439794cc2d664921e7ff _blank external-link-new-window>undefinedFrankfurter Allgemeine Zeitung" allerdings berichtet von Untersuchungen, nach denen die gesundheitlichen Gefahren möglicherweise weitaus höher sind. Das Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Sozialhygiene der Universität Köln wertete über dreißig internationale Studien zu möglichen Zusammenhängen zwischen Schichtarbeit oder Flugbegleitungsdienst und Krebs aus. Dabei stellten sie fest, dass Schichtarbeiter offenbar ein erheblich höheres Krebsrisiko haben als andere Berufstätige.

Als mögliche Ursache dafür betrachten die Forscher die Entkopplung des Tag-Nacht-Rhythmus', also des normalerweise stabilen Wechsels von Licht und Dunkelheit. Dies hat negative Konsequenzen auf die Produktion von Hormonen, die für Regeneration und Reparatur in den Zellen wichtig sind - ein Mechanimus, bei dessen Entwicklung vor tausenden Jahren Licht in der Nacht naturgemäß nicht existierte.

Schon nach sechs Jahren Schichtarbeit wächst nach Auffassung eines führenden Schichtdienstforschers das Erkrankungsrisiko spürbar. Außer der Krebsabwehr sollen Magen-Darm-Trakt, Herz-Kreislauf-System und die Psyche betroffen sein. Das diese Art der Arbeit in vielen Berufen unvermeidbar ist, fordern die Mediziner daher wirkungsvolle medizinische Kontrollen, um Krankheiten früh erkennen und entgegentreten zu können.