Siemens Dialog
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14.06.2024, 23:06 Uhr

"Neues Siemens-Kapitel"

  • 30.11.2007
  • Allgemein

"Wir schlagen ein neues Siemens-Kapitel auf", erklärte Peter Löscher am Donnerstag vor Journalisten. Enthalten wird es den Umbau auf drei Sektoren, ein nach dem Vorbild des Vorstands deutlich gestrafftes Management und in jeder Hinsicht ehrgeizige Ziele.

Nach der Verkleinerung des Vorstands von elf auf acht Mitglieder sollen als nächstes die unteren Führungsebenen dran sein. Es gilt das selbe Prinzip, am Schluss sollen weniger Führungskräfte stehen, "aber es werden die besten sein", so Löscher. Dabei handelt es sich nach seinem Willen nicht nur um einzelne Verbesserungen: "Was wir ändern, ist die Führungskultur." Was am Ende des Umbruchs stehen soll, fasst er knapp zusammen: "Spitzenleistungen auf höchstem ethischen Niveau."

Ambitionierte Ziele

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht soll neuer Schwung das Unternehmen erfassen. Löscher will mit Siemens künftig "ganz klar Weltspitze sein, nicht nur von der Technologieführerschaft, sondern auch von der Ertragskraft" - eine klare Ansage an den wichtigsten Wettbewerber und früheren Arbeitgeber des Siemens-Chefs, General Electric. Auf dem Weg zu diesem Ziel sind die neuen Verantwortlichkeiten ein Instrument, das über mehr Stärke im Wettbewerb schnelleres Wachstum erzielen soll. Im Fokus steht unumwunden die Rendite. Für Medical Solutions bzw. "Healthcare" gibt es bereits eine neue Marge, Anfang 2008 sollen alle Divisionen nachziehen.

Der Umsatz soll dabei doppelt so stark wachsen wie das weltweite Bruttosozialprodukt - mindestens. Löscher ist klar, dass dies ambitionierte Ziele sind, aber so soll es wohl auch sein, zumal in ihrem Mittelpunkt keine Zukäufe stehen, sondern ausdrücklich "organisches Wachstum".

Langer Prozess mit offenem Dialog

Dass die Veränderungen nicht von heute auf morgen greifen, steht außer Frage, die Veränderung zur neuen, dynamischeren Kultur sieht Löscher als "mehrjährigen Prozess". Was in diesem Prozess die grundsätzliche Möglichkeit von Auswirkungen auf die Beschäftigung betrifft, spielt der CEO mit offenen Karten und schließt den Abbau von Stellen nicht verbindlich aus. Basis ist jedoch das eindeutige Bekenntnis zum intergrierten Technologiekonzern, und: Alle Veränderungen sollen "in offenem und direktem Dialog mit der Arbeitnehmerseite erfolgen".